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In: Zweckentfremdung
In: Geteilte Gegenwarten
'Unsachgemäßer' Gebrauch als kulturelle Praxis
Mit Artefakten verbinden wir konkrete Funktionen und Bedeutungen. Als Werkzeuge dienen sie unserem täglichen Handeln. Welche Folgen hat es, wenn sie unsachgemäß gebraucht werden? Wie unterscheiden sich sachgemäße und unsachgemäße Verwendungsweisen?
Aus interdisziplinärer Perspektive wird ein weites Spektrum von Praktiken aus verschiedenen Kontexten in den Blick genommen. Gemeinsamer Ausgangspunkt der Untersuchungen ist jenes Spannungsverhältnis, das sich in der Redeweise von der Zweckentfremdung abzeichnet: Einerseits verbinden wir hiermit Regelverletzungen. Andererseits ist es der unsachgemäße Gebrauch, der am Beginn eines explorativen Umgangs mit Artefakten steht und neue Bedeutungen und Lesarten generiert. Ziel ist es, das kreative Potenzial freizulegen, das sich mit einem unsachgemäßen Gebrauch von Dingen verbindet.
Kulturelle Praktiken von Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit ist weit mehr als Ressource und Mangelware. Sie artikuliert sich im Zusammenspiel von Räumen, Gegenständen, Körpern und Bewusstsein und ist damit grundlegend für individuelles und gesellschaftliches Handeln und Erleben.
Krankheiten, Krisen und Konflikte der Aufmerksamkeit bilden einen zentralen Aspekt, mit dem sich die gegenwärtigen westlichen Gesellschaften selbst beschreiben. Im Gegensatz
zu gängigen kulturwissenschaftlichen Interpretationen betrachten die AutorInnen des Bandes die Geschichte der Aufmerksamkeit jedoch nicht als eine Geschichte des Niedergangs. Stattdessen stellen sie Aufmerksamkeit als Grundlage und Produkt individueller und kollektiver Praktiken vor, die vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart reichen und die so unterschiedliche Kontexte wie architektonische Gebilde, das Börsengeschehen, die Ratgeberliteratur oder den Raum eines fiktionalen Textes betreffen.