in Synergies in Visual Culture / Bildkulturen im Dialog
in Im Agon der Künste
Sprachen der Freundschaft und die Kunst des Porträts 1370–1520
Die Studie untersucht die Bedeutung vormoderner Theorien und Praktiken der Freundschaft für eine Geschichte des männlichen Porträts. Sie fragt nach der Rolle der Denkfigur der Freundschaft für die Konstruktionen des Selbst, das künstlerische Selbstverständnis, die Ökonomie des Kunstwerks, sowie für die Entstehung neuer Darstellungsformen.
in Im Agon der Künste
in Im Agon der Künste
in Im Agon der Künste
in Im Agon der Künste
Paragonales Denken, ästhetische Praxis und Diversität der Sinne
Im Wettstreit formieren sich die Künste, spielen sich gegeneinander aus. Diese Produktivität der Konkurrenz anzureizen, ist erklärtes Ziel verschiedenster Kunstpolitik. Der Neid als untergründiger Nährboden des Agon wird im öffentlich ausgetragenen Wettkampf sozialisiert und positiv gewendet. In forcierter Kunstübung artikuliert sich das eigene Profil – der Kunst oder des Künstlers – in direkter Konfrontation mit dem eines anderen Werkes oder Mediums. Neben der Rivalität, die auf die künstlerische Infragestellung der anderen Position zielt, kann sich im Agon auch Anerkennung ausdrücken, wenn etwa ein Vorbild aneignet wird, um es schließlich mit den eigenen Mitteln zu schlagen. Die im Kunstwerk manifeste Austragung von Differenzen im Wettstreit strebt eine Vergleichbarkeit mit der Konkurrenz an; dieser für die Künste als Paragone bezeichnete Wettstreit wird in der ihn begleitenden und ihn bestärkenden Kunsttheorie aufgegriffen und vertieft.
Zur Körperlichkeit eines ästhetischen Prinzips
Der Band testet die Übertragung eines medizinischen Begriffs in das Feld der Kunst und Kultur: Lässt sich 'Ansteckung' als ein wirkungsästhetisches Konzept profilieren, wenn man die Aufmerksamkeit auf die quasi-körperlichen Symptome der Kunsterfahrung lenkt? Was geschieht, wenn die Zufälligkeit, die Unmittelbarkeit, aber auch die innere Notwendigkeit im ästhetischen Erleben mitgedacht werden? Während die Rezeption auf Distanz nicht selten an der Oberfläche bleibt, dringt Ansteckung ›unter die Haut‹. Ansteckung arbeitet in diesem Sinn gleichzeitig als phänomenaler Beschreibungsmodus als auch als Analyseinstrument, um die Übergänge und Transfers von sinnlich wahrnehmbaren Geschehnissen und ihrer späteren Bedeutungszuschreibung besser erfassen zu können. Dabei geht es keineswegs um eine bloss metaphorische Entwendung eines medizinischen Begriffs für den kulturwissenschaftlichen Diskurs. Vielmehr soll seine Herkunft aus dem Geist der von Spinoza entdeckten Affekt-Philosophie und des von den englischen Empiristen verwendeten Affektions-Begriffs (lat. afficere, anrühren, anstecken, berühren) ernstgenommen werden.