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John Cages performative Ästhetik
Bormanns Studie unternimmt eine Meditation über die Werke und Philosophien des amerikanischen Komponisten John Cage (1912-1992), die zum Grundbestand jeder Geschichte der performativen Künste und der aktuellen Diskurse über Performativität gehören. Eine Schlüsselposition kommt dabei dem „stillen Stück“ zu, bekannt geworden unter dem Titel 4’33’’, bei dessen Uraufführung im Jahr 1952 kein einziger von Cage intendierter Klang zu hören war. Keine Komposition des 20. Jahrhunderts ist, so scheint es, besser geeignet, die wesentlichen Topoi des Performativen (etwa: Ereignis, Präsenz, Prozessualität) zu illustrieren. Gerade eine solche Indienstnahme aber läuft Gefahr, den paradoxalen Charakter des Cageschen Oeuvres (seiner Kompositionen wie seiner Kommentare) zu verleugnen. Dagegen setzt diese Studie eine Sammlung und philologische Befragung des histori-schen Materials.
In: Theaterfeindlichkeit
In: Die Attraktion des Apparativen
In 13 pointierten Beiträgen untersucht dieser Band die unterschätzte Bedeutung der Theaterfeindlichkeit für die Entwicklung der Theaterkunst und -theorie von der Antike bis zur Gegenwart.
Tatsächlich ist die Theaterfeindlichkeit nicht nur ebenso alt wie das Theater selbst und gerade in Phasen der ›Hochkonjunktur‹ von Theaterkunst und theatraler Aktivität besonders häufig anzutreffen. An ihren vielgestaltigen Äußerungen lässt sich außerdem aufzeigen, dass die Gegner des Theaters nicht selten aufmerksamer und sensibler für die medialen Eigenheiten, die Effekte und nicht zuletzt die Verführungskräfte des Theaters sind als dessen Fürsprecher, und dass sie ihre Einwände pointiert zu artikulieren verstehen.
Wenn die Apparate aus dem täglichen Umfeld verschwinden, tauchen sie an anderer Stelle wieder auf: als Objekte der Reminiszenz, als Gegenstand der künstlerischen Erforschung und der musealen Inszenierung.
Die neuere Mediengeschichte erscheint als eine Geschichte der Dematerialisierung. Sukzessive Auflösung der verschiedensten Medienapparate im Zuge der Digitalisierung, Ausdünnung der materialen Hardware und Reduktion von Schnittstellen. Wenn aber die Gegenwart der Mediennutzung von einem umfassenden Rück- und Abbau des Apparativen bestimmt wird, so findet dieser Abbau seine Gegenbewegung in einer Konjunktur von Inszenierungen des Apparativen, die ihre Schauplätze abseits des Technikmuseums im Kunstmuseum, im Programmkino und auf der Theaterbühne haben. Vor diesem Hintergrund perspektiviert der Begriff der „Attraktion“ sowohl die Exposition und Mise en scène von Apparaturen als auch eine Zäsur innerhalb der Aufmerksamkeitsökonomie.