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In: Bildtheorien aus Frankreich
Totenglocke
Author: Jacques Derrida
Glas (Totenglocke), im Original 1974 erschienen, nimmt in Derridas Werk eine besondere Stellung ein; es ist eines seiner wichtigsten und enigmatischsten Bücher, das lange Zeit keinen Übersetzer im Deutschen gefunden hat und sich dennoch allen späteren, mittlerweile recht schnell ins Deutsche übertragenen Büchern immer schon paradigmatisch eingeschrieben hat. 'Schon die Form von Glas weicht ab; sie folgt – ohne erkennbaren Anfang, ohne Ende, ohne Kapiteleinteilungen – allein einem durchlaufenden Doppelspaltenprinzip, vielfach auch noch unterbrochen durch die Eröffnung weiterer kleiner ›Fenster‹ im Text, der also aus zwei Kolumnen, zwei Säulen, zwei simultanen Texten besteht, die zwei Autoren gewidmet sind, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, und die zugleich zwei ganz unterschiedliche Diskurse, Genres repräsentieren: nämlich Philosophie und Literatur. Es handelt sich um Hegel und um Genet, den Denker der Familie und den Poeten der homosexuellen Liebe, die aber mit dieser Porträtierung schon einen gemeinsamen Nenner haben: die familiäre Strukturierung des Begehrens und vor allem die Liebe von Vater und Sohn. Im Kontext dieser Genealogie geht es auch und zentral um die unterschiedlichen Weisen der Trauerarbeit: um eine monumentale Aufrichtung des Gedächtnisses einerseits im System der hegelschen Dialektik und um eine nie zu Ende zu bringende Zeremonie des Abschieds, um das Totenfest, wie die deutsche Übersetzung von Genets Roman Pompes funèbre lautet.' Michael Wetzel
In: Phänomenologie der Sinnereignisse
In: Phänomenologie der Sinnereignisse
In: Phänomenologie der Sinnereignisse
In: Phänomenologie der Sinnereignisse
In: Phänomenologie der Sinnereignisse
In: Phänomenologie der Sinnereignisse
Author: Paul Ricoeur
Paul Ricoeurs umfangreiche und gewichtige Studie ist nicht nur ein zentraler Beitrag zu den in den letzten Jahren immer bedeutender gewordenen Diskussionen um Gedächtniskultur, Erinnerung und Vergessen, sondern zugleich deren philosophische Durchdringung. Ricoeur geht dabei über die eher soziologischen Untersuchungen der memorativen Praktiken des 20. Jahrhunderts weit hinaus und entwirft eine systematische Geschichte und Theorie des Gedächtnisses. In drei großen Komplexen nähert er sich dem Erinnern: in phänomenologischer und historischer Perspektive (vom griechischen Erbe ausgehend über Augustinus bis zu Husserl und zum kollektiven Gedächtnis bei Maurice Halbwachs), in erkenntnistheoretischer Hinsicht (die Geschichtswissenschaft als Gedächtnisautorität, die gleichwohl mit dem lebendigen Gedächtnis in Widerstreit geraten kann) und in hermeneutischer Absicht (eine Reflexion über die geschichtliche Bedingtheit des Erinnerns und dessen geheime Beziehung zum Vergessen). Paul Ricoeur ist emeritierter Professor der Universität Paris-X (Nanterre) und der Universität von Chicago, lehrte außerdem in Strasbourg und Paris Sorbonne. Für seine Schriften zur Hermeneutik und symbolischen Formen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Hegel Preis, den Grand Prix de l'Académie française, den Balzan Preis sowie den Kyoto Preis.