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Oder: Warum 'Gott Vertrag' beim Aufgang der Sonne in Wehmut zurückblickte
Author: Harald Strohm
Die Ähnlichkeit des römischen Mithraskultes mit dem Christentum wurde schon in der Antike erkannt und bot Kirchenvätern Anlass, die Bräuche der Mithrasmysten als unverschämtes Nachäffen zu verurteilen. Jüngere Recherchen belegen aber das Gegenteil: Der Mithraskult ist älter.
Die reiche Bilderwelt des römischen Kults ist Detail für Detail Ausdruck alter Schöpfungsmythen.
Das zeigt, dass der römische Kult zwar astrologisch überformt war, im Kern aber uralte, bis ins 2. Jahrtausend zurückreichende indo-iranische Traditionen fortführte. In ihrem Zentrum steht das symbolische Opfer eines Gottessohnes und seine Wiederauferstehung in die Welt des Vaters.
In: Herrscherkult und Heilserwartung
In: Herrscherkult und Heilserwartung
In: Magie und Religion
In: Magie und Religion
In: Homo religiosus
In: Homo religiosus
In: Orakel und Offenbarung
In: Orakel und Offenbarung
oder: Warum Indra mit dem Dreirad zur Hochzeit fuhr
Author: Harald Strohm
Die erhaltenen Textzeugnisse der frühen Religionsgeschichte sind in ihren Inhalten oft erstaunlich kulturübergreifend. Zumal die Helden und Götter haben sonderbar stereotype Abenteuer zu bestehen: Sie müssen Höhlen aufbrechen, Drachen erlegen, Himmel und Erde auseinander stemmen, Ödland begrünen und bevölkern. Anders als in den Weltuntergangsszenarien der späteren Erlösungsreligionen sind diese Abenteuer dabei fast durchweg im Modus des "Es war einmal." verfaßt und im morgenrot-dämmrigen Urzustand der sich erst entfaltenden Welt verortet. - Woher die globale Konvergenz der frühen Religionen? Quelle und Adressat der einstigen Schöpfungsreligionen, so Strohm, sind jene seelischen Schichten, die mit frühester Kindheit korrespondieren; genauer: mit den Erlebniswelten jenseits der Grenze der frühkindlichen Amnesie. Schlüssel zur Entzifferung muß deshalb die moderne Säuglings- und Kleinkindforschung sein. Textbasis und gleichsam "Leitfossil" sind die Kultlieder des altindischen Rigveda (ca. 1500 v. Chr.). Deren herausragender Schöpfungsheld ist Indra, der Gott, der mit dem Dreirad zur Hochzeit fuhr.