in (Un)Bestimmtheit
in Bürgerlichkeit ohne Bürgertum
in Jean Améry
in Bürgerlichkeit ohne Bürgertum
in Bürgerlichkeit ohne Bürgertum
in Bürgerlichkeit ohne Bürgertum
In welchem Land leben wir?
Die griffige Formel einer »Neuen Bürgerlichkeit« sorgt seit einigen Jahren für Aufsehen. Neu an dieser forcierten Thematisierung von Bürgerlichkeit und Bürgertum ist, dass sie alle intellektuellen Generationen und Milieus umfasst und nicht nur in akademischen Nischen Interesse erregt, sondern gleichermaßen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vorangetrieben wird. Neu aber ist auch, dass dieser neuen Bürgerlichkeit ihr traditioneller Träger verloren zu gehen scheint: das Bürgertum.


Mit Beiträgen von:

Jens Hacke, Karl Heinz Bohrer, Andreas Fahrmeir, Norbert Bolz, Heinz Bude, Joachim Fischer, Karl Siegbert Rehberg, Paul Nolte, Tilman Reitz, Clemens Albrecht, Manuel Frey, Andreas Reckwitz, Hans-Peter Müller.
Praktische Problemkonstellationen
Die moderne Gesellschaft vor dem Hintergrund ihrer Erfahrung von Kontingenz, Unsicherheiten und Risiken zu beschreiben, ist ein soziologischer Allgemeinplatz. Wenn dieses Buch dennoch Unbestimmtheit zum Thema macht, dann knüpft es zwar an derartige Diagnosen an, und doch soll es hier ausdrücklich um etwas anderes gehen: Warum setzt die Gesellschaft derzeit an ganz unterschiedlichen Stellen auf Unbestimmtheit? Unternehmen verkaufen nicht mehr nur Produkte auf einem Markt, sondern auch Ethiken, Philosophien und Werte; Normalbiographien kommen nicht umhin, gerade ihre Nicht-Normalität zu inszenieren; Spiritualität funktioniert auf einmal wieder als Argument, in öffentlichen Debatten ebenso wie in professionellen Entscheidungszusammenhängen. Unbestimmtheit ist in all diesen Fällen nicht etwa ein Problem, sondern geradezu die Problemlösung. Was diese Diagnose über die moderne Gesellschaft verrät, dieser Frage will dieses Buch anhand unterschiedlicher Beispiele nachgehen.
"... als Gelegenheitsgast, ohne jedes Engagement"
Reihe:  Makom, Band: 10
Jean Améry wurde in den 1960er und 1970er Jahren eine moralische und kritische Instanz der Bundesrepublik Deutschland. Er war dabei, nutzte die Medien seiner Zeit – Radio, Buch, Fernsehen – und blieb dennoch auf Distanz.
Von den Nürnberger Gesetzen zum Juden gemacht, als politischer Gegner gefoltert, als Jude nach Auschwitz deportiert, entschied sich Jean Améry nach 1945 für Brüssel und orientierte sich am politischen und philosophischen Frankreich. In den 1960er Jahren verband er die gelebte Erfahrung mit Themen seiner Zeit – Algerien, Kolonialismus, Terrorismus – und wurde auch wegen seiner analytischen Strenge zum gefragten Kommentator des Jetzt. Dennoch blieb er nicht nur in seiner Selbstwahrnehmung ein »Unerwünschter« und »Eindringling«. Dieser Band untersucht Stimme und Echo des »Gelegenheitsgastes« vor dem Hintergrund dieser Spannungen.