Zehn Kapitel zum Iconic Turn
Auch nach 10 Jahren sind die Bilder des Anschlages vom 11. September noch immer unauslöschlich im visuellen Gedächtnis eingebrannt. Die Fernseh- und Zeitungsbilder der Twin Towers prägen unsere Wahrnehmung der Ereignisse und sind dabei zum universalen Symbol zerstörerischer Gewalt geworden. Obwohl unsere Kultur wesentlich von der Schrift bestimmt wird, erhält das Bild immer stärkere Bedeutung für unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Nach einem Linguistic Turn nun also der Iconic Turn. So nehmen wir Ereignisse oftmals erst als Inszenierungen durch die Medien wahr, zudem wird durch digitale Plattformen wie Facebook, Flickr und Co. jeder Einzelne zum Regisseur seiner Selbstinszenierung. Hubert Burda geht in 5 Gesprächen, die er mit bedeutenden Vertretern der Kulturwissenschaften führt, und in wichtigen eigenen Beobachtungen und Reflexionen der Frage nach dieser sich stetig verändernden Bedeutung und Funktion von Bildern nach.

Aus dem Inhalt:
EINLEITUNG: Iconic Turn
KAPITEL I: Der andere Blick aus dem Fenster
KAPITEL II: Bild und Rahmen
KAPITEL III: Interfaces – Materialität der Bilder, Gespräch Friedrich Kittler, »Im Olymp gibt es keine Wolken«
KAPITEL IV: Mobile Bilder, Gespräch Peter Sloterdijk, »Das Bild ist immer um eine Dimension pfingstlicher als die Schrift«
KAPITEL V: Belastende Bilder – entlastende Bilder
KAPITEL VI: Das Erhabene – das Schöne – das Pittoreske, Gespräch Bazon Brock, »Bildwissenschaft ist ursprünglicher als Kunstwissenschaft«
KAPITEL VII: Machtrepräsentation durch Bilder, Gespräch Horst Bredekamp, »Es gibt im Grunde keinen Unterschied zwischen Original und Reproduktion«
KAPITEL VIII: Innere Bilder – äußere Bilder, Gespräch Hans Belting, »Es ist eine der großen Erfindungen, dass das Bild dasjenige ist, was in einem Rahmen ist«
KAPITEL IX: Medienkunst und Massenmedien
KAPITEL X: Kunstgeschichte – Bildwissenschaft, Gespräch Hubert Burda, »Ich fühle mich bei den Kubisten und anderen Modernen wohl, aber ich will ohne das Pulsierende der Großstädte, ohne deren Lifestyle nicht leben«, Zehn Bücher, ohne die dieses Buch nicht entstanden wäre
10 Chapters on the Iconic Turn
HerausgeberIn: Hubert Burda
The digitisation of images has yielded another push. Via television and the Internet, images today can be received simultaneously throughout the world. The Internet represents the first individualized medium, in that every person has the option to load their own images.
The mechanical generation of images, in this sense technical images that come about in the computer in line with constantly updated algorithms, has fundamentally changed the importance of the image.
But what, actually, are images? What function do they have in their respective contexts? Which images still fulfill the traditional concept of an image, as shaped by art history, and how does that concept need to change in order that the phenomenon of the »Iconic Turn« can be analysed at all? What significance does this abundance of new images have for our perception?

HerausgeberIn: Wolfgang Ullrich
Dank seiner Doppelqualifikation als Kunsthistoriker und erfolgreicher Medienunternehmer kann Hubert Burda die heutige Medienwelt in ihren historischen Dimensionen wie kaum ein Zweiter vermessen.
Hubert Burda versteht es virtuos, Analogien zwischen verschiedenen Epochen und Medien aufzuspüren. Die Fassade einer Kirche wird bei ihm zum Äquivalent für den Showroom eines Global Players, Fresken der Renaissance haben ihre Entsprechung in heutigen Großbildleinwänden. Zwischen Jan van Eyck und Andy Warhol, Jakob Fugger und Sergey Brin, einem der Gründer von Google, erkennt er Ähnlichkeiten. In seinen Texten erweist Burda sich als Meister der geistesgeschichtlichen Pendants.