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Erinnern, Erzählen und Fingieren in der Frühen Neuzeit
Author: Jörg Dünne
Landkarten dienen nicht nur zur Orientierung im physischen Raum, sondern sie steuern auch Imaginationspraktiken.
Dünnes Studie widmet sich der frühneuzeitlichen Entstehung solcher Praktiken anhand von exemplarischen Analysen spanisch- und portugiesischsprachiger Texte von Inca Garcilaso de la Vega über Luís de Camões bis hin zu Miguel de Cervantes.
In: Hölderlin-Jahrbuch
Formation einer Wissenskategorie zwischen 1700 und 1850
Series:  Trajekte
Zwischen 1700 und 1850 erfährt der Begriff des Ausdrucks in Kunst und Wissenschaft eine deutliche Aufwertung und Verbreitung. Die damit einhergehenden praktischen und diskursiven Veränderungen unterschiedlicher Ausdruckskulturen erforscht der vorliegende Band in Form eines interdisziplinären Dialogs. Ausdrucksphänomene werden dabei als Figuren des Wissens verstanden, zum einen als Darstellungsweisen des Schauspielers, Musikers, Malers, Rhetors oder Wissenschaftlers. Zum anderen als Denkfiguren, die das grundlegende Verhältnis von Affekt und Ausdruck, etwa die Probleme der künstlerischen Gestaltung in Malerei und Schauspiel oder die Systematisierungen der Rede durch die Rhetorik kulturwissenschaftlich erschließen. Erst durch eine Analyse seiner Formierungsprozesse wird die Erfolgsgeschichte des Ausdrucksbegriffs nachvollziehbar.
Stimmen von Philosophen, Künstlern und Therapeuten
Die Lebenskünste sind ein Resultat aus dem gelebten Leben, seinen theoretischen Ein-sichten, praktischen Erfahrungen und erprobten Techniken. Theorien und Modelle der Lebenskunst finden sich in den Schriften bedeutsamer Denker des letzten Jahrhunderts oftmals avant la lettre in unterschiedlichen Medien.
Der Band profiliert sich durch einen interdisziplinären Zugang gegenüber bisherigen Versuchen zur Lebenskunst mit stark philosophischem bzw. phänomenologischem Einschlag. Neben bedeutenden Philosophen wie Popper, Arendt, Camus, Langer, Dávila und Blumenberg, kommen insbesondere Schriftsteller wie Thomas Mann, Andersch und Kunert sowie Künstler wie Cage und Beuys zur Sprache. Darüber hinaus sind die naturwissenschaftlichen Zugänge durch Weizsäcker, die pädagogische Ansätze durch Neill und die psychologischen und therapeutischen Modelle durch Lou Andreas-Salomé, C.G. Jung, Rank, Kohut, und Fonagy vertreten. Die Lebenskunstmodelle werden mit den Biografien der einzelnen Autoren ver-schränkt, um so zu verdeutlichen, wie bedeutsam der biografische Entstehungskontext für die Lebenskunst selbst ist.
Die Hölderlin-Forschungen versammeln philosophische sowie literatur-, kultur-, musik- und theaterwissenschaftliche Studien zu einem Autor, dessen Werk in viele Bereiche ausgestrahlt und die Künste der Moderne stark geprägt hat. Die interdisziplinäre Reihe, in die auch englischsprachige Publikationen aufgenommen werden, wird herausgegeben von Violetta Waibel (Wien), Jörg Robert (Tübingen), Martin Vöhler (Thessaloniki). Dem Beirat gehören an: Anke Bennholdt-Thomsen (Berlin, Germanistik), Jakob Deibl (Wien, Theologie), Andreas Fahrmeir (Frankfurt a. M., Geschichte), John Hamilton (Cambridge, MA, Komparatistik), Alexander Honold (Basel, Germanistik), Johann Kreuzer (Oldenburg, Philosophie), Gerhard Kurz (Gießen, Germanistik), Anja Lemke (Köln, Germanistik), Patrick Primavesi (Leipzig, Theaterwissenschaft), Luigi Reitani (Udine, Germanistik).
Französische Literatur und Kultur zwischen Sedan und Vichy
Mit dem Untergang des II. Kaiserreichs vollzieht sich in Frankreich nicht nur ein politischer sondern auch ein diskursgeschichtlicher Wandel, in dessen Folge ein Dispositiv der Erkrankung und des Niederganges durch solche Formationen überschrieben wird, die nunmehr Heil statt Unheil setzen.
Der negative Vitalismus der Dekadenz weicht einer Regenerationsbewegung, die sich jedoch nicht in einem einzigen politischen Diskurs beruhigen kann, sondern sich um jene mit dem Verlust des Souveräns entstandene Leerstelle herum zu vervielfältigen scheint. Steht die Dekadenz im Zeichen einer gleichermaßen fetischisierten wie perhorreszierten Weiblichkeit, so kreist die mit der Niederlage von Sedan aufkommende Regenerationsdynamik um eine Vaterfunktion, die in der Republik, so scheint es, eben gerade noch keine symbolische Entsprechung finden kann. Die vakante Vaterposition wird damit offen für immer neue, imaginäre Besetzungen, die bei aller Heterogenität als Gemeinsamkeit die Verschränkung von Männlichkeit und Heil teilen.
Hölderlins späte Lyrik und die zeitgenössische Lesekultur
Blick ins Buch

Erstmals wird Hölderlins Dichten im Literaturbetrieb und in der Lesekultur seiner Zeit verortet. Gilt Hölderlin heute insbesondere aufgrund der neuartigen und dunklen Sprache, die er in seinem späten Werk entfaltet, als einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache, so erfuhr das Spätwerk in seiner eigenen Zeit fast durchweg Ablehnung. Anhand der als „Nachtgesänge“ bekannten Gedichte, die Hölderlin 1804 in einem viel gelesenen Frauentaschenbuch publiziert hat, ergründet Tobias Christ die Widersprüche und das Scheitern einer Lyrik, die weit über den Horizont zeitgenössischer Gattungskonventionen und Leseerwartungen hinausging.
Interdisziplinäre Studien zu Randgebieten der Wissenschaft in der Moderne: Wie muss etwas Neues beschaffen sein, damit es im Wissenschaftssystem verankert werden kann?
Unter welchen Umständen werden wissenschaftliche Heterodoxien als Innovationen anerkannt, als Minderheitenpositionen toleriert oder als Aberrationen abgelehnt? Welche Prozesse begünstigen die Integration alternativer Theorien in ein dominantes Paradigma, welche begünstigen ihre Marginalisierung? Diesen Fragen geht der Band „Wissenschaftliche Heterodoxien in der Moderne“ nach.
Der Begriff der Natur gehört seit der Frühen Neuzeit zum Selbstverständnis der europäischen Kultur. Allerdings lässt er sich kaum erfassen.
»Natur« umfasst ein immenses Bedeutungsspektrum: den Gesamtzusammenhang des Universums und seiner Gesetzmäßigkeiten, das Wesen der Dinge und des Menschen sowie den Erfahrungsraum einer von der Zivilisation noch nicht gestalteten Welt. Es mag an dieser Vielschichtigkeit liegen, dass übergreifende Untersuchungen zu diesem Thema bisher selten sind.
Behandelt werden die anthropologische Dimension des Naturbegriffs, wie sie sich im Verständnis von Körper und Krankheit niederschlägt, die Begegnung mit außergewöhnlichen und neuen Naturphänomenen sowie der Entwurf von Gegenräumen zur gesellschaftlichen Welt, die sich von Bildern ungestalteter Wildheit bis zu idyllischen Szenerien erstrecken.
Die Zukunft der Performativitätsforschung
Mindestens ebenso spannend wie die Frage danach, was die Zukunft bringen wird, ist die Untersuchung wie und auf welche Weise Zukünftiges hervorgebracht wird. Der Band mit dem doppelsinnigen Titel „Performing the Future“ will zweierlei leisten: er prüft die bisherige Theoriebildung im Bereich der Performativitätsforschung auf Möglichkeiten ihrer Weiterentwicklung und untersucht die Hervorbringung von Zukünftigem als eine spezifische Wirkdimension des Performativen. Worin besteht die transformative Kraft, die spezifische energeia des Performativen und wie lässt sie sich genauer beschreiben und fassen? Die titelgebende Doppelformel verweist auf die enge Verbindung von Darstellung und Herstellung, die die Beiträge des Bandes offen legen.