Der italienische Neorealismus und das Kino der Moderne
Als erste und bedeutendste der kinematografischen Erneuerungsbewegungen der Nachkriegszeit sorgte der italienische Neorealismus ab Mitte der 1940er Jahre für die, so Gilles Deleuze, »Krise des Aktionsbildes« bzw. Abkehr vom klassischen Handlungskino, aus der schon nach kurzer Zeit die filmische Moderne hervorgehen sollte. Der Band widmet sich diesem Umbruch, indem er den Neorealismus zunächst als Objekt der Filmtheorie in den Blick nimmt, die durch ihn wie durch keine andere filmische Strömung zum Nachdenken speziell über den ontologischen Status des Films bzw. die Frage angeregt wurde, was genau dieser ist bzw. worin sein "Wesen" besteht. Allen voran André Bazin leitete aus der Antwort auf diese Frage ab, was der Film zu tun habe - und zwar das, was Filme wie Vittorio De Sicas Ladri di biciclette, Luchino Viscontis La terra trema oder Roberto Rossellinis Viaggio in Italia taten. Dass sie damit der Modernisierung der gesamten europäischen Filmkultur den Weg ebneten, zeigt die Auseinandersetzung mit Werken Federico Fellinis, Michelangelo Antonionis und Pier Paolo Pasolinis, die den Schwerpunkt des Bandes bildet.
in Abschied vom Aktionsbild
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Wege in die filmische Moderne
HerausgeberIn: Jörn Glasenapp
In diesem Jahr wäre Michelangelo Antonioni (1912-2007), einer der großen Kinovisionäre des 20. Jahrhunderts und Hauptrepräsentant der filmischen Moderne, hundert Jahre alt geworden.
Das Jubiläum nimmt der vorliegende Band zum Anlass, das wirkmächtige Œuvre des Italieners einer Neusichtung zu unterziehen – und zwar in seiner ganzen Breite, das heißt angefangen bei dem bereits erstaunlich eigenwilligen Spielfilmdebüt, dem etwas anderen Film noir Cronaca di un amore, über die in den 1960er Jahren entstandenen Meisterwerke wie La notte, L’eclisse oder Blow up, mit denen der Regisseur Weltruhm erlangte, bis hin zum Episodenfilm Jenseits der Wolken, den der damals 83-jährige Antonioni in Kooperation mit Wim Wenders, einem seiner großen Bewunderer, realisierte.