in Cy Twombly
HerausgeberInnen: Dietrich Boschung und Jürgen Hammerstaedt
In den Herrschaftssystemen der Vormoderne beruhte Macht zu einem erheblichen Teil auf Vorstellungen von einer besonderen Ausstrahlung der Herrschenden.
Der Band untersucht, wie seit der griechisch-römischen Antike Vorstellungen vom Charisma des Herrschers ihren Ausdruck fanden. Es geht um die numinose Aura, mit der die privilegierte Nähe vormoderner Herrscher zu göttlichen Wesen bezeichnet wurde. Diese war Ausdruck außergewöhnlicher Fähigkeiten. Für die Durchsetzung von Machtansprüchen war es entscheidend, dass diese Besonderheit überzeugend vermittelt wurde, die Zustimmung der Beherrschten fand und ihre Bereitschaft weckte, dem Herrscher »entgegen zu arbeiten«. Dabei wird für die Zeit des Hellenismus und der römischen Kaiserzeit ein breites Spektrum aufgezeigt. Einen zweiten Teil nehmen entsprechende Phänomene aus anderen Epochen und Kulturen ein.
Der Tagungsband untersucht konkrete Ausformungen von geographischem Wissen mit Schwerpunkt im Bereich der Antike und mit kulturvergleichenden sowie neuzeitlichen Ausblicken.
Angestrebt wird, möglichst unterschiedliche Ausprägungen von geographischen Erkenntnissen vor einem möglichst weiten historischen und kulturellen Horizont darzustellen. So reicht das Spektrum der Beiträge von der jungsteinzeitlichen Wandmalerei (Çatal Hüyük) über Homers berühmten Schiffskatalog und antike Straßenverzeichnisse bis zu Allegorien der vier Erdteile in der Kunst der Neuzeit - schließt aber auch den neuentdeckten "Grazer Paravent" mit der Darstellung Ôsakas vom Anfang des 17. Jahrhunderts ein.