Visuelle Ästhetik der Transgression
Bildern wird überraschend viel zugetraut. Hinter der vielfach erhobenen Rede von der Macht der Bilder steht eine noch wenig erforschte Faszination für die Kraft von Bildmedien, die sich kaum in den engen Grenzen eines Bilderrahmens, einer Kinoleinwand oder eines Bildschirms bändigen lässt. Die Beiträge dieses Bandes, die von der Kunstgeschichte bis zur Kulturwissenschaft, von der Astrophysik bis zur Philosophie und Medienwissenschaft reichen, erörtern die vielfältigen Phänomene einer Transgression solcher Rahmungen. Das gemeinsame Interesse richtet sich hierbei auf Formen der Überschreitung des Visuellen und deren ästhetische, epistemologische, soziale und medientheoretische Funktionen; kurz: auf maßlose Bilder.
Politik, Wissenschaft, humanistische Kultur vom späten Mittelalter bis in unsere Zeit
Latein war einst die globale Sprache des Westens, wenn sie auch stets in regionalen Manifestationen auftrat. In den hier vorgelegten Bänden wird die immense Bedeutung untersucht, welche die lateinische Tradition für Geschichte und Kultur des deutschsprachigen und des skandinavischen Raumes hatte, und wie andererseits diese auf die lateinische Welt zurückwirkten. Dabei stellen die Autoren in 50 Einzeluntersuchungen die Forschung zur Germania latina auf eine neue Grundlage. Die neuzeitliche Entwicklung der lateinischen Tradition vom ersten Auftreten vulgärsprachlich-nationaler Eigenheiten bis zum heutigen Stand wird detailreich nachgezeichnet: von Ficinos deutschen Korrespondenten bis zum Apothekerlatein, von Melanchthons Wirkung auf slawische Grammatiken bis zu heutiger isländischer Nationalidentität, von deutscher Latinität in Nordamerika bis zu modernen Vertonungen antiker Texte reicht die Spannbreite dieses Unternehmens