HerausgeberInnen: Martin Knauer und Jens Jäger
Der Band zeichnet die historische Genealogie der historischen Bildforschung in der Geschichtswissenschaft seit dem späten 19. Jahrhundert nach. Er eröffnet eine vergleichende Perspektive, indem sowohl die französische als auch die britische Forschung Berücksichtigung finden. Erstmals gibt der Band so einen Einblick in weitgehend unbekannten historiographische Traditionen. Damit schließt er eine Lücke in der Forschung, da diese sich bisher vor allem auf einzelne thematische und theoretische Zugänge konzentriert hat.
Strategien der Grenzziehung
Mediensport bietet prägnante Inszenierungen, die dem Sport spezifische Eigenschaften zuschreiben. Dies geschieht im Rahmen der Frage, was überhaupt als Sport verstanden wird: Die Beiträge des Bandes zeigen an so unterschiedlichen Fällen wie dem Postkartensammeln, den Sechstagerennen, dem Synchronschwimmen oder Computerspielen, wie die Auseinandersetzungen darum, ob diese Praktiken als Sport aufzufassen sind, untrennbar mit Semantiken, kulturellen Hierarchien und politischen Modellen verbunden sind, die weit über den Sport hinaus reichen.
Theoretische und empirische Studien zum Verhältnis von Sprache, Subjektivität und Kognition
Der Aspekt des Medialen ist der blinde Fleck der Kognitionswissenschaften. Nach Jahrzehnten der Vorherrschaft mentalistischer Geistkonzepte gewinnen Forschungsansätze an Einfluß, die unter Begriffen wie 'embodied cognition' und 'interactive mind' die Körper- und Weltverankerung von Kognition hervorheben. Mentalität, verstanden als Gesamtheit aller mentalen Strukturen und Prozesse, läßt sich – so die These – nur über die Interaktionen mit Körper und Außenwelt angemessen verstehen. Weiterhin undiskutiert ist bislang die Frage, inwieweit die medialen Formate, in denen sich die Interaktion vollzieht, Einfluß auf die Kognition ausüben. Im Mittelpunkt des Bandes steht die Diskussion der Frage, inwieweit sowohl die Genese mentaler Entitäten als auch das Bewußtsein, das sie prozessiert, von medialen Handlungen abhängig sind und durch sie geprägt werden. Ist Medialität eine Voraussetzung von Mentalität? Welche Funktion kommt dem spezifischen Kommunikationsmedium Sprache für die Ausbildung höherer Kognitions- und Bewußtseinsebenen zu? Und lassen sich Unterschiede in der Wirkungsweise spezifischer Medialitätsformen von Sprache auf die kognitive und kulturelle Wissensstrukturierung nachweisen? Diesen Fragen gehen die Beiträge des Bandes aus den unterschiedlichen disziplinären Perspektiven der Philosophie, Musikwissenschaft, Psychologie, Neuropsychologie, Aphasieforschung sowie der Linguistik theoretisch und empirisch nach.