in Traum und Inspiration
in Poetica
Figur des barocken Trauerspiels zwischen Gryphius und Kleist
»Heilstheater« enthüllt eine bislang kaum bekannte »barocke« Seite von Kleists Schreiben. Harst untersucht ausgewählte Texte von Kleist und Gryphius mit der Frage, welche literarischen Figuren für die Verhandlung und Einlösung von Heilsversprechen eingesetzt werden.
Ausgehend von einer genauen Analyse der theatralen Schreibstrategien der Berliner Abendblätter und der »Gottesurteile«, diskutiert die Studie die medialen Erscheinungsbedingungen Gottes. Der problematische, aber auch produktive Zusammenhang von Theater und Theologie im Trauerspiel wird herausgearbeitet.
Die Problematik des theatralen Heilsbeweises wird – so schließt die Arbeit – von Kleists Der zerbrochne Krug durchgearbeitet, der in der figuralen Überblendung von Adam und Ödipus die biblische Katastrophe in ein abgründiges »Lustspiel« verkehrt.
in Poetica
Robert Musil und der Gewaltdiskurs der Zwischenkriegszeit
Das Thema ›Terror‹ ist in aller Munde. Dabei verbinden sich politische Aktionen mit einer religiös-fundamentalistischen Ideologie. Aus kulturgeschichtlicher Perspektive erweist sich der thematische Konnex von Terror und Erlösung keineswegs als neu, sondern ist mit dem Problem der ›Ungleichzeitigkeit‹ verschiedener Kulturen in der Moderne verbunden. In diesem Zusammenhang ist Robert Musil als politischer Autor und Diagnostiker der Zwischenkriegszeit erst noch zu entdecken.