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  • Author or Editor: Johannes Knecht x
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In unterschiedlicher Hinsicht lassen sich die künstlerischen Arbeiten von Joseph Beuys als wundertätige Objekte deuten. Durch ihren auratischen Materialbegriff und ihre programmatisch heilende Wirkung stehen sie in Wahlverwandtschaft zu mystischen Zauberritualen und christlichen Reliquien. Diese Deutungsperspektive ist von der schillernden Künstlerpersönlichkeit Joseph Beuys nicht zu trennen, der schamanische, kurative und messianische Qualitäten wechselseitig für sich in Anspruch nahm und als stereotype Zuschreibung erfuhr. Ausgehend von einem im konkreten Sinne klischeehaften Beuys-Bild sollen diese Aspekte dargestellt und mit der Frage nach dem fundamental ironischen Gestus von Werk und Person verschränkt werden, der deren ernste Anliegen nicht konterkariert, sondern bedingt: Beuys stellt die Funktionen seiner Wundertätigkeit gleichsam unter den Schutz der Ironie. Diese Verstehensweise soll abschließend in einer kurzen Werkbetrachtung exemplarisch plausibilisiert werden.

In: Das Wunderbare
Dimensionen eines Phänomens in Kunst und Kultur
Das „Wunderbare“ in seiner Komplexität und Vielfältigkeit sowie seinen fachwissenschaftlich kontrovers diskutierten Varianten ist der zentrale Untersuchungsgegenstand dieses ersten interdisziplinär angelegten Sammelbandes zu Dimensionen des Wunderbaren in Kunst und Kultur.
Vom biblischen Wunderglauben über bizarre Bildwelten Hieronymus Boschs bis hin zu fiktional imaginierten Science-Fiction-Szenarios: Das „Wunderbare“ wird in diesem Band als ästhetisch-künstlerisches Phänomen in Literatur, Theater, Film und bildender Kunst untersucht und als „gesamtkulturelles“ Phänomen unter religions-, sprach- und geschichtswissenschaftlichen sowie soziologischen und (para-)psychologischen Perspektiven betrachtet.