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In: Milieu
In: Rettung und Erlösung
In: Was der Fall ist
In: Recht fühlen
In: Rettung und Erlösung
In: Rettung und Erlösung
Die Entstehung eines Dispositivs um 1800
Der Diskurs über das Leben erhält seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine herausgehobene, aber zugleich schwer erkennbare Position, weil er vielerorts nicht explizit geführt wird, sich aber auf den ›Nebenschauplätzen‹ der Medizin, Physiologie, Anthropologie, Rechtswissenschaft, Philosophie und in der Literatur der Goethezeit um so wirksamer herausbildet. Dabei erweisen sich Sexualität und Recht als Felder, in denen das Leben in theoretischer wie praktischer Hinsicht auf intensive Weise als ihre Voraussetzung und ihr Gegenstand verhandelt wird; und umgekehrt katalysieren wiederum Sexualität und Recht als diskursive Bedingungen und Praktiken die Erforschung des Lebens. Insbesondere die Literatur um 1800 läßt sich dabei als hochsensibler Schnitt- und Überkreuzpunkt von heterogenen, aber doch zusammenhängenden Diskursen über Sexualität, Recht und Leben verstehen. Diesen Zusammenhang an Hand detaillierter Analysen von Diskursen, Theorien und erzählten Geschichten aufzudecken, ist Ziel der hier versammelten Studien.
Politisches und religiöses Heil in der Moderne
Unsere Welt voller Untergänge und Katastrophen ist zugleich eine Welt voller Rettungen, Retter und Rettungsgeschichten. Täglich werden Rettungspakete geschnürt und Rettungsschirme gespannt, damit angesichts der drohenden Untergangsszenarien solches Rettungshandeln als alternativlos erscheine. Derartige Heilsversprechen lassen sich einerseits als Diskursinstrument zur Plausibilisierung und Invisibilisierung politisch kontingenten Handelns betrachten. Andererseits bilden sie ein zentrales und historisch tief eingewurzeltes Basisnarrativ unserer Kultur, welches die Beiträger von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart in ihrer religiöstheologischen, biopolitischen, sozialgeschichtlichen, technischen und medialen Dimension erkunden. Gegenstand sind literarische Texte sowie bioethische, populäre, ästhetische und politisch-philosophische Diskurse vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Umgebungen des Lebendigen in der Moderne
Fragen, die das Verhältnis vom Lokalen zum Globalen zum Inhalt haben, die sich mit den Beziehungen des Subjekts zu seiner Umwelt beschäftigen und daher an einer Vertiefung von Umgebungswissen interessiert sind, können als Kernthemen moderner Wissenschaft gelten. Im Mittelpunkt steht dabei zumeist ein Begriff, der historisch an prominenter Stelle zwischen diesen Themen und Problemstellungen vermittelt hat: Milieu.
Milieu – Umgebungen des Lebendigen in der Moderne erläutert deshalb für einzelne Disziplinen historische Bedeutungen und aktuelle Konjunkturen des Milieubegriffs. Ausgangspunkt aller Beiträge ist die These, dass die Zirkulation des Milieubegriffs durch Disziplinen und Wissensfelder diesen beständig transformiert, und ihm gerade dadurch ein Potenzial zur strukturellen Beschreibung von Umgebungen des Lebendigen erwächst.
Mit Beiträgen von Wolf Feuerhahn, Nils Güttler, Claus Leggewie, Johannes Lehmann, Felix Lüttge, Maria Muhle, Florian Sprenger, Laurent Stalder, Michael Vester und einer Einleitung der Herausgeber.
Casus und Lapsus
Series:  Anfänge
Der Band untersucht literarische Texte im Spannungsfeld von Fallgeschichten und Sündenfall-Mythos vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwartsliteratur. Seit dem 18. Jahrhundert macht die Fallgeschichte in Recht, Medizin, Psychologie und Literatur Karriere. Als interdiskursives Genre erzeugt und ordnet sie Wissen von Einzelfällen und verhandelt Verhältnisse von Besonderem und Allgemeinem, von Norm und Abweichung. Neben dem casus der Fallgeschichte bleiben jedoch auch der lapsus und die Erzählung vom Sündenfall virulent. Aus der semantischen Verschränkung von casus und lapsus ergeben sich paradoxe Fälle, in denen sich die Aporien normativer und epistemologischer Ordnungen zeigen. Das Interesse des vorliegenden Bandes gilt dem Profil solcher Fälle, ihrer Konstruktion, ihren epistemologischen Implikationen und dem, was sie immer wieder aufs Neue hervortreibt.