in Poetica
in Poetica
in Was der Fall ist
in Der Grund
in Öffnungen
Auftrittsprotokolle zwischen Racine und Nietzsche
Reihe: Bild und Text
Einen Auftritt haben, bedeutet aus einem Grund in die Sichtbarkeit einer Bühne hervortreten. Seit den Anfängen des Dramas lässt es sich als Realisierung eines Figur und Grund-Verhältnisses beschreiben.
Anhand der Texte Goethes, Schillers und Kleists soll gezeigt werden, wie der Grund zur treibenden Kraft dramatischer Figuration wird. Das Buch sichtet die energetischen Felder, in denen sich Auftritte ereignen. Es fragt danach, wie dramatische Texte den Auftritt ihrer Figuren inszenieren, welche Regeln sie dabei anleiten und welche Gegenkräfte sie mobilisieren. Zugleich fragt es nach der Genese einer Dramatik, die sich nicht mehr für Handlungen, sondern für die Krisen des Erscheinens interessiert.
in Prosa schreiben
in Fleck, Glanz, Finsternis
Zum Werk von Elfriede Jelinek
HerausgeberInnen: Juliane Vogel und Thomas Eder
Elfriede Jelinek ist eine Künstlerin der Oberflächen und eine Verfechterin der Zweidimensionalität. Fläche und Flachheit - Seichtheit im Doppelsinn von räumlicher Untiefe und Nichtigkeit - können als Leitbegriffe ihres Schreibens ausgemacht werden. In immer wieder neuen Ansätzen befragen ihre Werke die Tiefe des Raumes, die Plastizität des Körpers, die Existenz des Innen und die tiefere Bedeutung. An die Stelle solider Kör per- und Raumbilder tritt die anarchische Selbstbewegung der Texturen, Textilien und Membrane und ein dekonstruktivistisches Spiel mit der dritten Dimension. Mit den Begriffen der »Oberfläche« bzw. der »Topologie« werden deshalb in diesem Buch neue und aussagefähige Perspektiven auf Jelineks Werk erschlossen.
Heimliche und verpönte Blicke in Literatur und Kunst
Die Schaulust hat, mehr noch als der reine Sehvorgang, in der europäischen Kulturgeschichte eine höchst ambivalente Einschätzung erfahren. Allzu rasch ist sie als Voyeurismus moralisch disqualifiziert worden. Doch unauffällige, verstohlene oder indiskrete Blicke sind noch nicht unbedingt solche eines Voyeurs. Dieser tritt relativ spät erst in Erscheinung, ihm kommt in Literatur und Kunst erst nach 1800 eine gesteigerte Aufmerksamkeit zu. Ziel des Bandes ist es, auf eine möglichst breite Skala von gesellschaftlich unbeachteten, nicht gewürdig-ten oder sogar tabuisierten Sehvorgängen aufmerksam zu machen, wie sie etwa in Werken des 19. und 20. Jahrhunderts erscheinen. Entsprechend unterschiedlich fallen die ästhetischen und moralischen Bewertungen solcher Blickweisen aus.