Strategien der Grenzziehung
Mediensport bietet prägnante Inszenierungen, die dem Sport spezifische Eigenschaften zuschreiben. Dies geschieht im Rahmen der Frage, was überhaupt als Sport verstanden wird: Die Beiträge des Bandes zeigen an so unterschiedlichen Fällen wie dem Postkartensammeln, den Sechstagerennen, dem Synchronschwimmen oder Computerspielen, wie die Auseinandersetzungen darum, ob diese Praktiken als Sport aufzufassen sind, untrennbar mit Semantiken, kulturellen Hierarchien und politischen Modellen verbunden sind, die weit über den Sport hinaus reichen.
Weil und nicht etwa obwohl sie für Hitler große Filme drehte, wird Leni Riefenstahl noch immer als Bildvisionärin von Rang gehandelt. Ihr Werk stellt nach wie vor eine Herausforderung für uns dar. Dies und anderes verdeutlichen die Beiträge des vorliegenden Bandes, der, angefangen bei den Fanck’schen Bergfilmen und Riefenstahls Regiedebüt Das blaue Licht über die berühmtberüchtigten NS-Dokumentationen Triumph des Willens und Olympia bis hin zu Tiefland und den Nuba-Arbeiten, die ›ganze Riefenstahl‹ in den Fokus rückt und hierbei nicht zuletzt der Frage nachgeht, ob 'die Kraft ihres Werkes' tatsächlich, wie Susan Sontag behauptete, 'in der Kontinuität seiner politischen und ästhetischen Ideen liegt.'