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Author: Katja Priebe

Die Histoire comique de Francion (1623–1633) zählt zu den Jugendwerken von Charles Sorel. Sie verfolgt ein verwegenes Anliegen: Die Menschen sollen lernen, wie Götter zu leben. Hierzu wird im Werk ein philosophisch-libertinistisches Konzept entfaltet, das sich um ein skeptisches Individuum dreht. In epikureischer Tradition bestimmt das Thema der Lust den Inhalt des Romans. Damit wird der Protagonist Francion zum Vertreter einer bestimmten ars vivendi.

Der Traumbericht des Francion stellt zum einen diese ars vivendi dar. Zum anderen referiert er auf die Philosophie des Giordano Bruno, greift so intellektuelle Debatten seiner Zeit auf und positioniert sich im Gewande der Burleske als Produkt häretischen Freidenkertums. Die pikareske Erzählweise wird ergänzt um eine alchemistische, die zugleich alles und nichts offenbart: Die getätigten Andeutungen verstehen bloß die Eingeweihten. Die Auseinandersetzung mit den Themen von Geburt und Tod zeigen dies besonders an, führen sie doch zum Kern mystischer und philosophischer Lehren.

In: An den Rändern des Lebens
Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten
Sterben und Geborenwerden liegen an oder jenseits der Grenzen des Lebens. Damit kommen sie stets entweder zu früh oder zu spät, um als authentische eigene Erfahrung mitgeteilt werden zu können. Träume hingegen vermögen in Form von Fiktionen, Imaginationen und Inszenierungen ästhetische Erfahrungsräume für diese extremen körperlichen Übergänge zu eröffnen. In Träumen vom Lebensanfang und Lebensende werden das ohnehin Rätselhafte des Traums, seine Missachtung der physikalischen Gesetze von Zeit und Raum sowie die Infragestellung kultureller Modelle von Identität, Kohärenz und Rationalität noch potenziert. Literarisch-künstlerische Traumerzählungen und Traumbilder finden höchst originelle Ausdrucksformen, um das Abwesende, Unvorstellbare oder nicht realistisch Erzählbare zu vergegenwärtigen und zu vermitteln: Von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein lassen sich unzählige Träume in Literatur, Kunst, Musik, Theater und Film ausmachen, bei denen die leibliche und sinnliche Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht. Solchen Phänomenen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen sowie seinen komplexen künstlerischen Realisierungen widmet sich dieser Band, der sich im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« als Beitrag zu einer Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte des Traums versteht.