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In: Fleck, Glanz, Finsternis
In: Museales Erzählen
Zur Poetik der Oberfläche bei Adalbert Stifter
Die Literatur Adalbert Stifters (1805–1868) ist durch das ästhetische Phänomen der Oberfläche geprägt. Dieser Begriff gewinnt durch die in diesem Band vorgenommenen Konstellationen zwischen Malerei, Visualität und Literatur an Kontur. Während im Epochenkontext des Realismus um 1850 ,Oberfläche‘ sich vor allem als Kategorie der Mimesis von Wirklichkeit behauptet, werden bei Stifter vornehmlich gestaltlose Oberflächenphänomene wie Fleck, Glanz und Finsternis aufgerufen. In dem Maße, wie diese Phänomene im Sinne einer Verschränkung von Erscheinen/Sichtbarmachen und Verlöschen/Verschwinden literarisch verarbeitet werden, trägt sich, wie sich im Kontext der Beiträge abzeichnet, ein moderner Zug in Stifters Prosa des 19. Jahrhunderts ein.
Dinge, Räume, Narrative
Ob als Motiv, Handlungsschauplatz oder Gegenstand der Kritik – in der Literatur wird das Museum zur Reflexionsfigur der Repräsentierbarkeit und Konservierbarkeit von Welt und Wissen. Museales Erzählen stellt die Frage nach dem Verhältnis von Zeichen und Dingen, Erinnerung und materieller Kultur. Die Beiträge widmen sich musealen Dingen, Räumen und Narrativen in literarischen Texten sowie Sammlungskontexten vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Unter Verschränkung museologischer, kulturhistorischer und literaturwissenschaftlicher Perspektiven geht es zum einen um institutionsgeschichtliche Aspekte verschiedener Museumstypen. Zum anderen wird nach museumsspezifischen Formen des Erzählens gefragt: Wie werden die Dinge zum Sprechen gebracht? Wie werden räumliche Ordnungen textuell konstituiert und beschrieben? Welche Rolle spielen narrative Praktiken des Sammelns, Inventarisierens, Kuratierens und Ausstellens?