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In: Poetica
Eine kulturgeschichtliche Studie über deformierte Bibliotheken in der französischen Literatur
Erstmals wird in dieser Studie der Zusammenhang von pragmatischen und kulturellen Idealvorstellungen über Bibliotheken rekonstruiert und die Formation des wirkungsmächtigen Diskurses beschrieben, um der heterotopischen Struktur dieser Institution nachzugehen. Die Analysen sowohl bildkünstlerischer Werke als auch französischer Texte zeigen dabei, daß der Bibliotheksdiskurs in vielfältiger Weise ästhetisch produktiv gewirkt hat. Künstler haben sich besonders seit der Zeit um 1800 kulturkritisch mit den verschiedenen Bibliotheksidealen auseinandergesetzt, die in dieser Studie systematisch herausgearbeitet werden: Die analysierten Beispiele der dynamischen Abweichungskonzepte der Idealvorstellungen machen deutlich, daß traditionelle Denkweisen über Bücher und Bibliotheken auch spürbar verschoben werden können. In der Arbeit geraten über die Denkfigur der Deformation exzentrische Sammler und groteske Bibliomane genauso in den Blick wie Fragen der Wissensordnung, Kanonisierung und der Erinnerungskulturen allgemein.
In: Selbst-Bild und Selbst-Bilder
Autoporträt und Zeit in Literatur, Kunst und Philosophie
Sich selbst zu porträtieren, in Bildern oder Worten, war über viele Jahrhunderte eine vertraute Geste. Immer wieder anders jedoch ist die Einschätzung dieses Bildes vom Selbst: als das eine ›exakt nach der Natur gemalte‹ Bild etwa, in dem sich dieses Selbst für immer unverrückbar darstellen lässt, wie Rousseau in der Präambel seiner Bekenntnisse formuliert hatte, oder als Fülle von Bildern, in denen sich, wie bei Rembrandt oder Cézanne, ein Selbst in unterschiedlichsten Rollen, Posen, Überzeugungen immer neu zu sehen und zu lesen gibt.
Aus der Perspektive der Philosophie, der Kunst- und der Literaturwissenschaft spüren die Beiträge des Bandes der Frage von Zeit und Selbst im literarischen wie im bildkünstlerischen Autoporträt nach, deren wechselseitige Bezugnahme die versammelten Arbeiten verbindet.