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In: Theorien des Dritten
In: Realitätskonzepte in der Moderne
In: Michel Serres
In: Michel Serres
Die Hoffnung, durch Erinnerung an die Opfer der Vergangenheit künftigen Gewaltereignissen vorbeugen zu können, scheint sich nicht erfüllt zu haben. Auch das 21. Jahrhundert hat mit kollektiver Verfolgung und Gewalt begonnen. In den Analysen dieser Gewalt ist die Rede von 'ethnischer Säuberung' oder von Gesellschaften, die den Status der 'modernen, zivilisierten Welt' noch nicht erreicht haben. Haben sich die Wissenschaften den Herausforderungen, die von kollektiver Gewalt, von Krieg und Genozid ausgehen, wirklich gestellt? Wie läßt sich eine analytische Sprache finden, die Verletzungen nicht überdeckt, sondern sie spürbar werden und bleiben läßt? Wie kann die historische Quellenanalyse der Gefahr entgehen, die durch die Sprache übermittelten Identitäts- und Geschichtsmuster völkisch-nationaler, rassistischer oder anderer ausschließender Mentalitätsfiguren weiterzutragen? An welche Muster der Rede schließen wissenschaftliche aber auch literarische Codierungen kollektiver Gewalt an? Welche Konzepte und Perspektiven muß eine interdisziplinäre Gewaltforschung entwickeln, um einen analytischen Zugang zu verschiedenen Tätergesellschaften zu ermöglichen, ohne die Singularität der einzelnen Opfer zu relativieren? Die Beiträge des interdisziplinär angelegten Bandes gehen diesen Fragen aus der Perspektive der Geschichts- und Sozialwissenschaften, der Literaturwissenschaft, Philosophie, Psychologie und Psycholinguistik sowie der Medienwissenschaften nach. Aus dem Inhalt CLAUS-EKKEHARD BÄRSCH: Gewalt und der Genozid gemäß der politischen Religion Adolf Hitlers MEDARDUS BREHL: Krieg der Codes CATHY CARUTH: Re-Präsentation und Referenz: Der Name des Überlebenden PETER GENDOLLA: Gewalt/Simulationen. Vom Nutzen und Nachteil der Modelle für das Leben ROBERT HETTLAGE: Gewalt und Ehre LUCIAN HÖLSCHER: Gewalt als historische Herausforderung und als Herausforderung für die Wissenschaften MONA KÖRTE: Modalitäten des Ästhetischen BURKHARD LIEBSCH: Sprechende Gewalt PETER LONGERICH: Öffentlichkeit und kollektive Gewalt ERIC MARKUSEN: Genozidpolitik WOLFGANG MÜLLER-FUNK: Codierungen des Nicht-Sprechens und des Nicht-Sprechen-Könnens KRISTIN PLATT: Wissenschaft und Perspektive NIGEL RAPPORT: Über jene, die mit der Verbrennung von Büchern beginnen. KURT RÖTTGERS: Spuren der Macht und das Ereignis der Gewalt JÜRGEN STRAUB: Unverlierbare Zeit, verkennendes Wort. Nach der Shoah. Sekundäre Traumatisierung der 'Zweiten Generation' LILIANE WEISSBERG: Deutlich sichtbar
gesehen, beschrieben, erlebt
Landschaften sind erstens gesehene und gestaltete Gegenstände einer Landschaftsmalerei, aber auch der ästhetischen Reflexion über die Landschaftsmalerei; Landschaften werden zweitens vielfältig literarisch beschrieben, und schließlich werden drittens Landschaften leibhaftig erlebt. Die Beiträge des Sammelbands reflektieren alle drei Zugangsweisen zum Phänomenbereich Landschaft. Nach einem grundlagentheoretischen Teil mit Beiträgen von M. Schmitz-Emans, Chr. Asmuth, St. Dietzsch / L. Kais und K. Röttgers folgt ein literaturgeschichtlicher Teil mit Interpretationen u a. zu Wickram, Büchner, Proust, Ungaretti bis hin zur Gegenwartsliteratur (St. Keppler, A. Gelhard, K. Fischer-Junghölter, St. Dressler, M. Schönenborn, B. Jubin); daran schließt sich ein bild- und literaturästhetischer Teil mit Beiträgen von S. Hartwig, A. Tredota und M. Schmitz-Emans („Buchlandschaften“) an.
Die vom Menschen bewohnte Welt hat sich der Überzeugung vieler Kulturen zufolge aus dem Wasser herausgebildet. Das Wasserreich ist als Sphäre des Ursprungs zugleich vertraut, die Heimat aller Lebewesen, eine Sphäre der Fruchtbarkeit und des Lebens. Allerdings gilt es auch als Inbegriff einer Fremde, die in spannungsvollen und feindseligen Beziehungen zur heimatlichen Lebenswelt auf dem Lande steht. Vor allem das Meer hat immer schon eine Herausforderung durch das Unvertraute dargestellt. Die Beiträge des vorliegenden Bandes gelten verschiedenen Semantisierungen der Wasserwelt in kulturhistorischen und literarischen Kontexten. Sie rücken insbesondere spezifische Figurentypen und Wasserwelten in den Blick und arbeiten deren poetologisch-reflexive Dimension heraus. Philosophischen Konzeptualisierungen des Wassers und des Flüssigen bilden eine erste Gruppe, um Wasserthemen und Identitätskonstruktionen geht es in einer zweiten Serie von Texten; das Wasser im Kontext der Poetiken moderner Autoren wird in einer dritten behandelt, Wasser und Weiblichkeitskonzepte in der vierten, Gewässer besonderer Art wie Aquarien und Stauseen in der fünften.
Philosophische, medientheoretische und ästhetische Konzepte
Das Stichwort „Mitte“ besitzt eine Fülle von Bedeutungsdimensionen. Als Name für einen Mittelpunkt oder mittleren Bereich hat es einen topologischen Sinn; es kann aber auch eine chronologische Bedeutung annehmen oder einen Mittelwert bezeichnen. Es kann auf eine Balance oder einen Mittelweg verweisen, auf das Zentrum eines symbolischen Feldes, auf Machtzentren etwa – oder auch auf Mittelmäßigkeit. Nicht minder komplex ist das semantische Feld um den Begriff des „Mediums", und ein wiederum anderes thematisches Feld eröffnet sich bezogen auf Mittelwesen, Mittelzustände, Mischungen und Übergänge. Der vorliegende Band vereint Abhandlungen, die das Begriffsfeld um „Mitte“ und „Medium“ aus der Perspektive verschiedener Wissensdisziplinen beleuchten und dabei deren transdisziplinäre Vernetzung im Auge behalten; vertreten sind die Philosophie, insbesondere die philosophische Anthropologie, die Medientheorie, die Ästhetik, die Literaturgeschichte, die Narratologie und die Kunstgeschichte.
Beiträge von: Chr. Asmuth, C. Becker, St. Dietzsch, S. Hartwig, L. Kais-Heinrich, U. Lindemann, K. Röttgers, F. Schlegel, M. Schmitz-Emans, V. Schürmann, Chr. Schulz, M. Schöller und U. Spoerl. Themenstellung: Wie soll man anfangen? – die Frage stellt sich nicht nur für jeden Schreibenden in oft quälender Weise, sondern sie betrifft darüber hinaus jegliches Handeln. Aber: kann man überhaupt anfangen, oder liegt der Anfang als immer schon vollzogen in unserem Rücken – z. B. als Anfang des Bewusstseins oder als Anfang der Welt? „Im Anfang war der Logos“, heißt es am Anfang des Johannes-Evangeliums – aber schon dieser anfängliche Logos ist undeutlich: ist es das Wort, wie Luther übersetzt, oder die Tat, wie Goethes Faust meint, oder die Vernunft, wie Philosophen gerne sagen. Die Beiträge des Bandes thematisieren das Anfangen aus verschiedenen literaturwissenschaftlichen und philosophischen Perspektiven, dabei drängt sich als übergeordneter Begriff verschiedentlich der Begriff des Übergangs in den Vordergrund. Und da, wer A sagt, auch B sagen muß, endet der Band über das Anfangen mit einem Beitrag über den „Anfang vom Ende“.
Der vorliegende Band mit Abhandlungen zu den Konzepten Spiegel, Echo und Wiederholung dokumentiert einen Dialog literaturwissenschaftlicher und philosophischer Beiträge, der sich auf einem breiten Themenfeld verortet. Zu den behandelten Themen gehören die Beziehung zwischen Spiegelung, Subjektivität und Intersubjektivität, der Zusammenhang zwischen Repetition und Reflexion sowie die Wiederholung als Gegenstand und Strukturprinzip literarischer Darstellung; hier reicht das Spektrum der Einzelthemen von der Tabuisierung der Wortwiederholung als einem Stilprinzip bis zum Arrangement einander auf komplexe Weise wechselseitig bespiegelnder Figuren in der modernen Literatur. Das Interesse an Doppelgängern, Revenants und Selbst-Bespiegelungen im Anderen verbindet literarische wie philosophische Autoren. Eine Übersicht über wichtige Teilbereiche des durch die drei Leitworte Spiegel, Echo und Wiederholung umrissenen thematischen Feldes beschließt den Band.