in Öffnungen
Studien zu Joseph Beuys
Als Joseph Beuys in den 1960er-Jahren die traditionellen künstlerischen Medien um Objekt, Installation, Performance und schließlich um seine politische Tätigkeit erweitert, erfährt auch seine zeichnerische Praxis eine entscheidende Verschiebung: Beuys verlegt das Zeichnen in die Öffentlichkeit. Das Zeichnen ist nicht mehr auf das Papier beschränkt und auch keine im Privaten verborgene Tätigkeit mehr. Die Wandtafel wird zum Zeichengrund des öffentlichen Redners und Pädagogen, der sich in unterschiedlichen szenischen Arrangements seinem Publikum zuwendet. Zeichnen, in Beuys’ Frühwerk eine intime und selbstbezogene Tätigkeit, wird in den 1960er-Jahren zu einem Mittel der Performance und verbindet sich dabei mit der Stimme des Künstlers. Zeichnung und Stimme sind die beiden Medien, in denen Beuys seine Subjektivität öffentlich macht.
in Figur und Figuration
Gregory J. Markopoulos
Reihe: Eikones
HerausgeberInnen: Maja Naef und Markus Klammer
Die Publikation legt erstmals in deutscher Sprache eine umfassende Reflexion des filmischen und theoretischen Werks des amerikanischen Avantgarde-Filmemachers Gregory J. Markopoulos (1928–1992) vor.
Die Beiträge beziehen sich zum einen auf Markopoulos’ vielfältige Schriften zum Film, andererseits setzen sie sich eingehend mit dem Spätwerk des Künstlers auseinander, das in dem mehr als achtzigstündigen monumentalen Film »Eniaios« (1947–1991) gipfelt. Markopoulos’ spätes Schaffen kreist um Fragen des Archivs, der Bewahrung des (Zelluloid-) Films als Medium für ein utopisches Publikum der Zukunft sowie der Aufführungspraxis. Sein Werk war der Öffentlichkeit lange vorenthalten, denn der Künstler hatte seine Filme in den frühen 1970er Jahren vom Verleih und aus renommierten Institutionen zurückgezogen. Erst nach seinem Tod wurde sein bahnbrechendes filmisches Œuvre allmählich wieder zugänglich.
Studien zu Wahrnehmung und Wissen
Reihe: Bild und Text
Bilder sind Träger von Figuren und initiieren gleichzeitig auch Prozesse der Figuration. Bild und Zahl blenden sich in der Figur übereinander. Die gegenwärtige Diskussion über die spezifischen Qualitäten des Bildlichen bringt die Begriffe der Figur sowie des Figurativen ins Spiel: Das zeichnet sie als ein Phänomen aus, welches mehrdeutig ist, Strukturen von Wahrnehmung und Wissen durchkreuzt und füreinander durchlässig macht. Ebenso wenig wie das Bild ist auch die Figur nicht mehr einzig von ihrer illustrativen oder narrativen Funktion her zu begreifen. Erkundet man die Figur nicht als konturierte, sondern als bewegte, entfalten sich im Figurativen destabilisierende Kräfte, in denen wiederum selbst Bilder der Veränderung und des Übergangs manifest werden: Eine Figur stellt (noch) kein spezifisches Bild vor Augen, sondern kündigt es immer wieder neu an.