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In: Gefühl und Genauigkeit
In: Formbildung und Formbegriff
In: Formen der Zeit in Poetiken der Moderne
Pressefotografie und Bildarchive im Zeitalter der Digitalisierung
Series:  Eikones
Author: Mirco Melone
Digitalisierung macht Geschichte: Öffentliche Institutionen übernehmen vermehrt Fotobestände von Bildagenturen und codieren sie zu historischen Kulturgütern um. Doch das ist bloss das vorläufige Ende eines vielschichtigen historischen Prozesses. Basierend auf einer historischen Ethnografie des Fotoarchivs des Schweizer Ringier-Verlags geraten Akteure, archivarische Praktiken und institutionelle Logiken unter die Lupe. Sie geben den mannigfaltigen Digitalisierungsprozessen von Fotografien seit den 1970er-Jahren Kontur. Dabei wird in verschiedenen historisch-medialen Konstellationen deutlich, wie und mit welchen Beweggründen Bilder an Geschichte geknüpft worden sind. Der Fall Ringier ermöglicht so zugleich eine praxeologische Reflexion über das Verhältnis von Fotografie, Archiv und Geschichte.
Kontradispositive der Zeichnung 1955–1975
Series:  Eikones
Der Begriff des Kontradispositivs beschreibt eine dekonstruktivistische Zeichenpraxis, die an den Paradigmen ihrer eigenen Geschichte und Technik ansetzt, indem sie die Theorie der Zeichnung zu Ende denkt und so an ihren Grenzen fortschreibt.
Es handelt sich bei diesen Randgängen der Zeichnung nicht mehr nur um neue oder andersartige Dispositive, wie diese von Pisanello bis Picasso verschiedentlich wirksam wurden, sondern um ›anti-klassische‹ Gegendispositive, die damit auch den Voraussetzungsreichtum eines scheinbar voraussetzungslosen Mediums in Frage stellen. Sechs Strategien dieser Entgrenzung werden insgesamt betrachtet, dazu gehören u.a. Geste und Automatismus bei Hartung und Pollock, Reflexion über den Topos der Blindheit bei Robert Morris, mit Derrida und Davidson, sowie der konzeptuelle Nominalismus Daniel Burens, der letztlich zu einer Aufhebung der Zeichnung führt und damit im strengen Sinne kein Kontra-Dispositiv mehr entwirft.
Studien zum Bild in der Moderne
Series:  Eikones
Author: Gottfried Boehm
Editor: Ralph Ubl
»Was zur Ruhe kommt, findet seinen Ort im Horizont der Zeit, vor dem es sich zeigt und deutet.«
Mit dieser Charakterisierung von Cézannes Malerei formuliert Gottfried Boehm die These, der seine Deutung der Kunst der Moderne und seine bildtheoretische Reflexion verpflichtet sind: dass in der Simultaneität des Bildes Zeit sichtbar wird und dass diese Zeit des Bildes nicht auf die dargestellte Zeit beschränkt ist, sondern durch die Form und Materialität der Darstellung zur Erscheinung kommt. Von den zahlreichen Beiträgen, die Boehm den zeitlichen Bestimmungen des Bildes gewidmet hat, versammelt dieser Band diejenigen, die sich zugleich mit zentralen Begriffen der künstlerischen Moderne wie dem der Entgrenzung der Gattungen, des Plastischen, der Allegorie oder der Abstraktion auseinandersetzen.
Series:  Eikones
Editors: Ralph Ubl and Rahel Villinger
Der Band macht den kunstkritischen Essay ‚Shape as Form. Frank Stellas Irregular Polygons’ des jungen Michael Fried von 1966 erstmals in voller Länge übersetzt zugänglich. In Auseinandersetzung mit der amerikanischen Malerei der 60er Jahre entwickelt Fried darin nicht nur einen Formbegriff, der quer steht zu allem, was in der Kunstgeschichte üblicherweise unter „Formalismus“ verstanden wird, sondern auch eine theoretisch hochambitionierte, im unmittelbaren zeitgenössischen Kontext der Entstehung des Texts völlig ungewöhnliche Form und Verfahrensweise von Kritik. Daran schließen Beiträge an, die Frieds frühes Formdenken im Kontext seines Gesamtwerks verorten, mit verschiedenen in der Kunsttheorie seit 1800 entwickelten Form- und Kritikbegriffen in vergleichende Beziehung setzen und/oder zum Ausgang nehmen, Form anhand einzelner Werke der bildenden Kunst und Literatur von 1800 bis zur Gegenwart neu zu denken.
Formkombinatorik und die Verzeitlichung des Bildlichen
Series:  Eikones
Author: Cornelia Bohn
Der Band plädiert für eine Resymmetrisierung des Sprachlichen und des Bildlichen für das Verständnis der Gegenwartsgesellschaft. Bildlichkeit wird als eine vom Wahrnehmungsmodus unterschiedene genuin soziale Sinnform aufgefasst.
Wir verlassen uns darauf, dass auch Andere ganz selbstverständlich dargestellte Welt von wahrgenommener Welt unterscheiden. Auf die Darstellungen von Darstellungsformen hat sich moderne Kunst spezialisiert. Am Beispiel der Gegenwartskunst wird die Vermehrung, Kombinatorik und wechselseitige Bezugnahme künstlerischer Formen als Katalysator für innerkünstlerische Transformationen identifizierbar.
Auftrittsformen in der Oper des Ancien Régime
Series:  Eikones
Die vorliegende Studie behandelt den Wandel der Auftrittsordnung in der französischen Oper in der Zeit des Ancien Régime: spektakuläre vertikale Herrscherauftritte werden durch der Schwerkraft unterworfene horizontale Auftritte des Volkes abgelöst.
Das höfische Leben des Ancien Régime ist auf wirkungsvolle Formen des Erscheinens ausgerichtet. Machthaber präsentieren sich im Rahmen von theatralen und zeremoniellen Auftritten als Herrscher über geographische, soziale und theatrale Räume. Die französische Oper des 17. Jahrhunderts gestaltet diese so genannten Entrées als ein Spektakel in dem der Herrscher das Geschehen seiner Zeit- und Raumordnung unterwirft. Die Oper des 18. Jahr-
hunderts hingegen transformiert oder suspendiert diese spektakulären Herrscherauftritte und ordnet theatrale Bewegungen fortan naturwissenschaftlichen Bewegungsgesetzen unter. Mit den horizontalen Massenauftritten der vorrevolutionären Jahre werden die Herrscherfiguren schließlich (endgültig) von ihrer Position verdrängt.
Das Psychologische Institut im Berliner Stadtschloss und die Avantgarde
Series:  Eikones
Die Gestaltpsychologie hat maßgeblich zum Verständnis von Bildern, Form und visuellem Denken beigetragen. Dabei ist in Vergessenheit geraten, dass die Berliner Gestaltpsychologen ihre Wahrnehmungsexperimente in einem räumlich-ästhetischen Zusammenhang durchführten, der einer einzigartigen historischen Konstellation zu verdanken ist: Seit 1920 hatte das Psychologische Institut seinen Sitz im Berliner Stadtschloss.
Ausgehend von einer Fotografie, die eine rätselhaft erscheinende Experimental-Szene aus einem Saal des Schlosses zeigt, entschlüsselt Margarete Pratschke die gestaltpsychologischen Grenzgänge zwischen Wissenschaft und Avantgarde, für die das Schloss eine besondere Bühne bot. Pratschke zeigt anhand von bislang unbekannten Quellen, wie Psychologie, Kunst und die Eigenheiten des Ortes miteinander verschränkt waren.