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In: Grenzgänge zwischen Politik und Religion
Series:  Periagoge
Eric Voegelins Vorlesungen über Hitler und die Deutschen, die er im Sommersemester 1964 an der Münchner Universität gehalten hat, stellen die schonungslose Abrechnung mit einer Gesellschaft dar, die in den frühen 60er Jahren in das große Schweigen versunken war. Es ging ihm nicht so sehr um die mörderischen Details des Nazi-Reiches, sondern das Versagen der deutschen politischen und geistigen Eliten, die dieses Regime unterstützt oder zumindest geduldet hatten. Der aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrte politische Philosoph legt eine kritische Analyse des historischen und zeitgenössischen Deutschland vor, die in ihrer rücksichtslosen Offenheit noch immer unübertroffen bleibt.
Wie schon im ersten Teil von Das Ökumenische Zeitalter behandelt Voegelin in Weltherrschaft und Philosophie die erstaunliche Gleichzeitigkeit von westlichen und östlichen Reichen in der geistigen “Achsenzeit der Menschheit” (Karl Jaspers). Er diskutiert die Parallelphänomene von Reichen, welche die jeweilige bekannte Welt beherrschen wollen, und geistigen und spirituellen „Ausbrüchen“, die universale Wahrheitsansprüche stellen. Mit diesen beiden Bänden von Ordnung und Geschichte erreicht das Projekt einer vergleichenden Bewusstseins- und Symbolgeschichte der Menschheit seinen intellektuellen Höhepunkt. Neu (von Weinberger):
Politik, Religion und Anthropologie im Werk von Eric Voegelin
Series:  Periagoge
Wie wenige andere Denker hat der politische Philosoph Eric Voegelin (1901-1985) das Verhältnis von Moderne und Religion analysiert. Er war, neben Raymond Aron, der erste, der in den 1930er Jahren totalitäre Bewegungen als „politische Religionen“ begriff. Später, in The New Science of Politics, charakterisierte Voegelin die Moderne insgesamt als eine ihrem Wesen nach gnostische. Dies löste zum Teil heftige Reaktionen aus. In seinem monumentalen Hauptwerk, dem fünfbändigen Order and History, hat Voegelin schließlich die großen philosophisch-historischen Sinnlinien rekonstruiert, die für die wechselseitige Beziehung von Politik, Religion und Anthropologie – auch und gerade in modernen Gesellschaften – konstitutiv sind. Der vorliegende Band soll den Fragen, die Voegelins Oeuvre eröffnet hat, nachgehen und neue Denkanstöße geben. Der Fokus liegt dabei auf dem Verhältnis von Moderne und Religion. Es gilt, dieses Verhältnis am Beginn des 21. Jahrhunderts zu bestimmen, ohne vorschnell zu neuen Mythen zu schreiten. Die gegenwärtige Stellung des Religiösen in der Politik und des Politischen in der Religion ist dabei ebenso zu beleuchten wie Fragen der Zivilreligion und Zivilgesellschaft. Die veränderte politische Weltlage hat die Relevanz des Themas zusätzlich vor Augen geführt. Inwieweit Voegelins Ansatz für die gegenwärtigen Phänomenlagen anzuwenden ist, wird zu klären sein – nicht zuletzt auch durch Kontrastierung mit konkurrierenden Theorieunternehmen. Am Ende wird nach den paradigmatischen Konsequenzen einer „Religionspolitologie“ für die Politische Wissenschaft insgesamt zu fragen sein.
Festschrift für Claus Ekkehard Bärsch zum 70. Geburtstag
Auf Grenzgängen zwischen Politik und Religon werden erkundet: das Diabolische (P. Berghoff), der neue Antisemitismus (K. Faber), das historische Gedächtnis (M. Henningsen), die Sitten (M. Hereth), die Kosmiker (E.-V. Kotowski), die Ordnung (B. Labuschagne), die Demokratie (W. Leidhold), das Böse (R. Miggelbrink), Grenz-Verhältnisse (R. Faber), die Öffentlichkeit (M. Sattler), Religionszugehörigkeiten (J. Schoeps), Neo-Darwinismus (F. Seidl), moderne Gnosis (R. Sonnenschmidt), Bildungsmisere (P. Weber-Schäfer) und schließlich Politik und Religion im Spiegel der Kunst (R. Steiner).