Author: Manshu Ide

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Variierung der Personenbezeichnung in deutschen Zeitungsartikeln. Sie kann zu den typischen Stil-„Konventionen“ des Deutschen gezählt werden. Denn die unterschiedliche Nennung ein und derselben Person ist grammatisch nicht zwingend, aber ohne sie wären Texte stilistisch anstößig. Damit stellt sie ein Kulturem, eine kulturbedingte Verhaltensweise in verbaler Formulierung, dar. Nach der Darstellung dieser Stilkonvention und ihrer Verständnisschwierigkeiten bei den japanischen Deutschlernenden, die in diesem kulturellen Spezifikum nicht heimisch sind, soll eine Systematik der Suchkategorien, d. h. ontologischer Sachkategorien, vorgeschlagen werden, die aufgrund der Aristotelischen Kategorienlehre und der loci a persona in der Topik der Rhetorik erarbeitet wurde. Sie soll zur Erkennung der Sachkategorien dienen, die bei der Variierung der Personenbezeichnung aktiviert sind. Eine Gegenüberstellung der mit aktivierten Kategorien markierten Tabellen aus verschiedenen Texten wird ergeben, nach welchen Suchkategorien auf welche Kategorien am meisten zugegriffen wird und welche Kategorien in einer Kultur, einem Kontext, einer Textsorte u. a. somit als bedeutsam erachtet werden können.

In: Japanisch-deutsche Diskurse zu deutschen Wissenschafts- und Kulturphänomenen
Mit dem vorliegenden Band wird die Reihe »Contraste« eröffnet. Es werden Kulturphänomene im japanischen und im deutschen Sprachraum einander gegenübergestellt, um die interkulturelle Kommunikation zur Pflege multikultureller Vielfalt in einer globalisierten Welt zu stärken.
Die Reihe »Contraste« lädt zum kontrastiven Vergleich von deutschen und japanischen Kulturphänomenen und mithin zur kritischen Reflexion ihres jeweils eigenen kulturellen Selbstverständnisses ein, einer Reflexion, die zu einer Selbstveränderung führen könnte. Dabei werden mithilfe multiperspektivischer Kontrastierungen von beiden Kulturphänomenen Anhaltspunkte für ein neues, differenzierteres Japan-Verständnis gegeben.