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In: Zwischen Anpassung und Subversion
Philosophische, psychologische und anthropologische Perspektiven
Wie verstehen wir andere Personen? Was erlaubt uns, Aussagen über ihre psychischen Zustände wie Emotionen, Gedanken, Absichten und Wünsche zu treffen? Unter dem Begriff der Empathie werden diese menschlichen Fähigkeiten phänomenologisch beschrieben und interdisziplinär diskutiert. Empathie ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Begriff der Philosophie des Geistes, der Kognitionswissenschaften und der Kulturwissenschaften geworden, mit dem unterschiedliche Formen zwischenmenschlicher Begegnung und Grade des interaktionalen Verstehens beschrieben werden. Der Band gibt einen Überblick über aktuelle Ansätze in der Empathieforschung, geht aber über diese insofern hinaus, als explizit die Frage erörtert wird, was die Bedingungen sein können, unter denen das Fremdverstehen und die Einfühlung in eine andere Person nicht gelingen.
Sprache und Politik der Assimilation
Ist Assimilation eine reaktionäre Forderung? Der Band unterstreicht die analytische Fruchtbarkeit des Assimilationskonzepts und legt bisher vernachlässigte normative Gehalte frei.Anhand der jüdischen Assimilation und (post-)kolonialen Konstellationen werden Prozesse und Repräsentationen der Verähnlichung und Inkorporierung in ihrer Komplexität, Ambivalenz und Widerspenstigkeit untersucht. Assimilation erscheint dabei als politisches Geschehen, das nicht nur mit polemischen Äußerungsformen verbunden ist, sondern das Sprache selbst zum Gegenstand hat. Statt Eingliederung in eine Monokultur, so wird gezeigt, kann Assimilation auch reziprokes, nicht-hierarchisches Lernen bedeuten und besitzt damit ein interkulturelles Potenzial, das starre Grenzziehungen und Essentialisierungen aufbricht.
Europäische Übertragungsschicksale
Die Allgegenwärtigkeit der Tropen Roms erschließt sich in den sprachlichen Strukturen, die von der Antike bis zur Moderne stets verborgen haben, wodurch sie sich konstituieren. Ob im politischen Körper oder im Gesetz der Buchstaben wirkt Rom mit seinen Bedeutungen manifest oder latent nach. Die in diesem Band vorgenommenen Lektüren zielen darauf, das anagrammatische Spiel, in das Roma seit je impliziert ist, zu nutzen, um im unvermeidlichen Bezug unserer Kultur auf Rom überraschende Wendungen und Inklinationen herauszuarbeiten. Die kommentierte Anthologie versammelt Essays zu ausgewählten Passagen aus den Werken von Lucan, Plutarch, Quintilian, Augustinus, Petrarca, Luther, Du Bellay, Gracián, Vico, Baudelaire, Zola, Saussure, Freud, Derrida und vielen anderen mehr, die Rom implizit oder explizit aufrufen, durchstreichen, affirmieren, traumhaft verstellen, wiederholen oder nachtragen. Mit Beiträgen von Barbara Natalie Nagel, Michèle Lowrie, Gianluca Solla, Edi Zollinger, Hans Ulrich Gumbrecht, Anselm Haverkamp u.a.