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In: Intermedialität von Bild und Musik
In: Helmut Lachenmann: Musik mit Bildern?
Series:  Eikones
Die Musik und die Ästhetik Helmut Lachenmanns werden in diesem Buch zum ersten Mal im Kontext des iconic turn reflektiert und diskutiert.
Nicht nur in seinen Texten ist die Dialektik von Hören und Sehen besonders evident, sondern es ist Lachenmanns Musik selbst, die die Frage nach der Ikonizität von Musik austrägt und sie zu einem der zentralen Aspekte seines kompositorischen Denkens macht.
Matteo Nanni und Matthias Schmidt präsentieren Themen, die von der all- gemeinen Problematisierung des Verhältnisses von Bild und Klang bei Lachenmann - insbesondere etwa im Bühnenwerk Das Mädchen mit den Schwefelhölzern - über die konkrete Frage nach der Rolle der Bildlichkeit bis zum Verhältnis von visueller Gestalt und akustischer Intention in den Skizzen reicht. Das Buch schließt ein Gespräch zwischen Gottfried Boehm und dem Komponisten ein.
Die Beiträge dieses Bandes rekonstruieren das komplexe Verhältnis von Bild und Musik in historischer Perspektive von der frühen Neuzeit bis in die Moderne.
In der alltäglichen Medien- und Werbepraxis werden Bilder von spezifischen Tonsignets unterlegt, um sich dem Kaufinteressenten unauslöschlich einzuschreiben. Weiter kommentieren und vertiefen rhythmisierte Musikausschnitte den Fluss laufender Bilder. Dieses Verhältnis auch im Sinne einer Einheit der verschiedenen Zeichensysteme von Bild und Musik ist, vor allem von den historischen und medialen Voraussetzungen aus betrachtet, nicht fraglos hinzunehmen. Es betont weniger die Übergängigkeit zwischen den Medien im Sinne einer Synästhesie als vielmehr die Differenz, auf Grund derer erst an den Rändern durch einen Überschuss des jeweiligen Sinns von Hören und Sehen mögliche Berührungen zwischen der bildenden Kunst und der Musik entstehen. Dabei ist es die diachrone, dezidiert interdisziplinäre Herangehensweise, die eine umfassende Erschließung des Gegenstands aus kunst- und musikwissenschaftlicher Perspektive ermöglicht.