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Texte zur Moralphilosophie im italienischen Humanismus
Durch die kommentierte Wiedergabe und Übersetzung soll das moralphilosophische Denken der frühen italienischen Humanisten einem weiteren Publikum zugänglich gemacht werden, das Interesse an der Geschichte der Moralphilosophie und an den eigenen intellektuellen Wurzeln besitzt. Die ausgewählten Texte illustrieren eine der Grundverbindlichkeiten frühhumanistischer Moralphilosophie, nämlich dass die philosophische Reflexion über unser Handeln nützlich sein müsse für das eigene Leben, für unsere Familie und für die politische Gemeinschaft. Durch die Aufwertung des Nützlichen zum grundlegenden Bestimmungsgrund menschlichen Handelns haben die Humanisten eine Wende des Denkens vollzogen, deren Auswirkungen in den folgenden Jahrhunderten – bis zur Weiterentwicklung im Utilitarismus – in allen Bereichen des Denkens spürbar sind.
Author: Rolf Lohse
Das italienische Theater der Neuzeit entstand vor fünfhundert Jahren. Hunderte von Autoren schufen im 16. Jahrhundert ca. 1000 Tragödien, Komödien, pastorale Dramen und geistige Spiele für das neu entdeckte Theater.

Die Studie rückt die falsch gedeutete dichtungstheoretische Basis dieser bemerkenswerten Entwicklung zurecht. Das italienische Renaissancetheater entsteht auf der Basis spätantiker dichtungstheoretischer Vorstellungen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wird es mit aristotelischen Materialien angereichert. Eine Auswahl von 100 Stücken wird erstmals vor dem Hintergrund dieser verlässlich rekonstruierten Theoriekonfiguration lesbar gemacht. Diese Stücke erweisen sich als kreative und auf hohe Bühnenwirksamkeit zielende Neuerfindungen antiker Gattungen, die der Theatergeschichte Europas eine prägende Richtung geben.
Ein lateinisches Schulliederbuch des 16. Jahrhunderts
Die Hebdomas (1580) ist den Tagen der Schöpfung gewidmet und durchgehend in lyrischen Versmaßen als lateinische Oden gedichtet. Verfasst wurde sie von Ludwig Helmbold (1532–1598), einem protestantischen Liederdichter, und vertont vom Mühlhausener Komponisten Joachim a Burck (1546–1610). Gedacht sind die Lieder für den regelmäßigen Gebrauch an der Lateinschule: Zu jedem Tag der Woche gibt es, den acht Horen des Stundengebets folgend, je acht Oden.
Nikolaus Thurn unternimmt den Versuch, sowohl der Musikwissenschaft wie der Latinistik das jeweils fremde Feld näher zu bringen. Die erste kritische Edition der Hebdomas leistet einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung des (lutheranischen) Kirchen- und Schulliedes auf Latein, besonders aber der Rekonstruktion einer Schulkultur des 16. Jahrhunderts, wie sie in den orthodox-lutheranischen Gebieten üblich war.
Angeregt durch die Lektüre von Descartes’ Meditationen suchte Elisabeth von der Pfalz (1618-1680) 1643 den brieflichen Kontakt zu dem berühmten Philosophen. Der sich über sechs Jahre, bis zum Tod Descartes’ im Februar 1650 erstreckende Briefwechsel fesselt durch philosophische Reflexionen wie durch persönliche Betrachtungen. Unter den 59 Briefen der Korrespondenz stammen 26 aus Elisabeths und 33 aus Descartes’ Feder. Der Briefwechsel ist zum einen bedeutsam für all jene, die sich für die Philosophie Descartes’ interessieren, insbesondere für das Verständnis vom Menschen als Körper-Geist-Einheit. Zum anderen dokumentiert er die philosophischen Überlegungen einer der gelehrtesten Frauen des 17. Jahrhunderts und belegt eindrucksvoll, auf welche Weise sich gebildete Frauen der Frühen Neuzeit in den philosophischen Diskurs einbringen konnten.
Spätestens seit 1984, als die für die weitere Herder-Forschung initiale Tagung der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts stattgefunden hat, darf von einer Renaissance der Herder-Forschung gesprochen werden. Es ist an der Zeit, die seither unternommenen vielseitigen Bemühungen um das Werk dieses Theologen, Denkers und Literaten zu bündeln und unter weiterführenden Perspektiven zu fokussieren. Dies ist die Absicht des vorliegenden Handbuchs.
Chronologisch und nach den Gebieten Philosophie, Theologie, Poetik, Pädagogik und (Nach-)Dichtungen geordnet, erschließt dieses Handbuch nicht vollständig, aber doch umfassend die Schriften, Studien und Entwürfe Herders. Nicht zur Feier eines Klassikers, erst recht nicht zur bequemen Suche nach Schlagworten dienen die hier versammelten Artikel; sie verstehen sich als einführende und zu weiteren Forschungen anregende Beiträge, die teils bereits selbst eigenständige Forschungen enthalte