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Wissenschafts- und Technikbilder seit der Frühen Neuzeit
Editor: Martina Heßler
Visualisierungen spielen in Technik und Naturwissenschaften seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle. Ingenieure und Naturwissenschaftler haben schon immer Zeichnungen, Graphen oder Illustrationen verwendet, um Erkenntnisse zu gewinnen oder zu fixieren, Zusammenhänge zu veranschaulichen, zu diskutieren und um ihr Wissen an die Öffentlichkeit zu kommunizieren. Bilder inszenieren Wissenschaft und Technik, sie konstruieren Erkenntnis, und sie sind selbst das Ergebnis eines Konstruktionsprozesses. Das, was wir im Bild sehen, wird wesentlich durch seine instrumentelle Herstellung, die medialen Formate der Bilder – seien es Diagramme, Photographien, Filme oder digitale Bilder –, durch deren Ästhetik, aber auch durch Recht und Ökonomie bestimmt. Künstler wiederum haben dies mit ihren Mitteln kommentiert. Der Band widmet sich aus der Perspektive von Kunst-, Wissenschafts-, Technikhistorikern sowie Medienwissenschaftlern diesen verschiedenen Elementen der Bildkonstitution.
In: Paradoxalität des Medialen
Mit der Figur der »Paradoxalität des Medialen« ist dieser Band dem Denken Dieter Merschs gewidmet. Der »Entzug des Medialen« kann als grundlegendes Motiv einer »negativen Medientheorie« genannt werden: Medien vermitteln Wahrnehmen, Denken und Handeln in ihrer Kulturalität, bleiben in ihrer Funktion jedoch selbst unkenntlich. Ohne Medium sieht man nichts, wie umgekehrt das Medium selbst unsichtbar bleibt. Was im künstlerischen Prozess zur Geltung kommt, sich in und mit Kunst zeigt, sich in Widersprüchen ereignet und in Formaten medialer Paradoxa realisiert, bildet mit seiner Präsenz und in seiner Materialität die Voraussetzung der Semiose und ermöglicht ästhetische Erfahrung. Sinn geschieht im Zwischenraum des Antwortens, entfaltet sich in einer Performativität zwischen »Einsetzung«, »Aussetzung« und »Entsetzung«, im Ausgang vom Anderen her.