Matthias Karmasin stellt in seiner Einleitung zum vorliegenden Band ein neues umfassendes, multidisziplinäres Forschungsprogramm zum Themenkomplex „Krieg – Medien – Kultur“ vor. Daran schließen sich sechs Einzelstudien an: Helmut Korte untersucht Propagandabilder des Ersten Weltkriegs in Zeitung, Plakat, Wochenschau und Spielfilm. Thomas Flemming analysiert die Feldpostkarte im Ersten Weltkrieg an deutschen und französischen Beispielen. Rudolf Stöber widmet sich der öffentlichen Wahrnehmung von Kriegen zwischen 1870 und dem Zweiten Weltkrieg sowie den Veränderungen in der Glaubwürdigkeit der Presseberichte. Knut Hickethier konzentriert sich anhand exemplarischer Fälle auf die individuelle Mediennutzung in der Überlagerung von öffentlichen und privaten Meinungsträgern. Jörn Glasenapp analysiert den amerikanischen Spielfilm „Sergant York“ und seine Rolle für den Wandel vom amerikanischen Isolationismus zum Interventionismus. Werner Faulstich schließlich präsentiert einen ersten umfassenden Forschungsbericht zur Medienkultur im Nationalsozialismus unter Einbeziehung aller Medien der Zeit.
Kommt nach der Freiheit unzensierter Kommunikation im Internet nun der Angriff der Kontrolleure? Pioniere des Netzes klagen über die ständig wachsenden Reglementierungsversuche, die von Regierungen, Polizei, Jugendschützern und der Industrie gefordert und durchgesetzt werden. Mit dem IuK-Gesetz und dem neuen Jugendschutzgesetz von 2002 ist auch in Deutschland die Kontrolle und Regulierung des Internet neu verankert worden. Führt dieser Weg in die Irre oder läßt sich das Netz ohnehin nicht mit diesen Mitteln beherrschen? Das Buch vertritt die Position, daß Handeln im Netz in der Tat ethischer Normen bedarf. Seine Autorinnen und Autoren sehen hierzu jedoch die Notwendigkeit, bereichsspezifische Ethiken zu schaffen, die sich von den Erfordernissen des netztypischen Handelns her aufbauen. Solche Bereichsethiken legen sie in Grundrissen für Wirtschaft, Wissenschaft, Journalismus, Politik und Jugendschutz im Netz dar. Erstmals wird dabei auch eine Ethik der Homepage entfaltet, einer Kommunikationsform, die es vor dem Netz schlicht nicht gab. Technikethische Überlegungen widmen sich dem Problem der Benutzerfreundlichkeit und unterstreichen den in diesem Band vertretenen Ansatz bei den Bedürfnissen der Betroffenen. In einer pointiert kritischen Auseinandersetzung mit dem deutschen Modell des Jugendschutzes zeigen sie zukunftsfähige Wege auf, die Befähigung an die Stelle der Repression setzen.