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In: Im Namen des anderen
In: Von armen Schweinen und bunten Vögeln
In: Nanotextualität
Tierethik im kulturgeschichtlichen Kontext
Zwischen Mensch und Tier bestehen Grenzen, die manchmal übersprungen, oft aber beansprucht werden. In der Begegnung mit dem Tier kann der Mensch nicht nur seine eigene Verfasstheit reflektieren, er wird auch mit dem konfrontiert, was dem Tier scheinbar fehlt: die Sprache. Tierethik ist nicht nur Sympathie mit dem Tier, nicht Tiermoral, die das Tier vor dem Zugriff des Menschen verteidigen möchte. Tierethik heißt, die erstaunlich durchlässigen Grenzen zwischen Tier und Mensch aufzuzeigen, nach Tierversuchen, Tierhaltung, nach dem Tier in der Sprache, nach dem Tötungsverbot, nach Tiergeschichten zu fragen, diese in interdisziplinären Kontexten zu diskutieren. Dabei erweisen sich gerade die Brechungen von Grenzerfahrungen und -begegnungen zwischen Mensch und Tier auch aus theologisch-anthroplogischer wie ästhetisch-literarischer Perspektive als besonders interessant und fruchtbar.
Die Ethik des Zitierens
Zitate sollen nicht nur genau sein, sie sollen 'gerecht' sein, und doch können sie missbraucht werden: Eine Ethik des Zitierens versucht der Verpflichtung fremder Rede 'im Namen des anderen' nachzuspüren. Philologische und linguistische, rhetorische und intermediale Aspekte einer zwischen Fremdbestimmung und Neuinterpretation oszillierenden Zitatpraxis werden hier aus interdisziplinärer Perspektive untersucht. Strategien der Beglaubigung wie des Widerstreits, die mit dem Zitieren seit je verbunden sind, in der Rechtssprechung, der Theologie und der Geschichte, werden mit Analysen der Authentizität sowie des Plagiats gekreuzt, wobei das kulturgeschichtliche Spektrum des Bandes von der Antike bis in die unmittelbare Gegenwart reicht, zur Zitierpraxis des Bundesverfassungsgericht und des Films.
Ästhetik und Ethik minimalistischer Formen
Minimalistische Reduktionen des Textes bieten ästhetische und ethische Differenzierungen, die hier in einem weiten kulturgeschichtlichen Rahmen präsentiert werden.
Der Spruch im Alten Testament, die Fragmente Heraklits oder die Aphorismen von Kafka, die Maximen der Moralisten und das japanische Haiku – sie alle sind Experimente knappster Verdichtung, die sich gerade deshalb als zeitresistent erwiesen haben. Gleichwohl setzt die Linguistik die Textgröße oftmals erst oberhalb des Einzelsatzes an. Der Band versammelt ein weites Spektrum von Beiträgen aus Philosophie, Theologie, Soziologie, Sprach-, Literatur- und Musikwissenschaft zu einem interdisziplinären, vielstimmigen Gespräch – über die Grenzen der Kulturen wie der Zeiten hinweg. Gebündelt sind diese Beobachtungen im Stichwort der Nanotextualität, um die Effizienz extremer Konzentration in ästhetischen, ethischen und logischen Konsequenzen zu vergleichen.