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In: Kollaboration
Synästhesie als Medienspiel
Author: Michael Lommel
Die Studie untersucht die synästhetischen Wechselbeziehungen und Sinnes-Koppelungen in Bec ketts Texten und Medienspielen. Samuel Beckett stand zunächst unter dem Einfluss der literarischen Avantgarden, nahm aber schon früh den Dialog mit den neuen Medien – Hörspiel, Film und Fernsehen – auf, indem er seine Sprach- und Bühnenexperimente mit technischen Bildern und Tönen kombinierte. Bec ketts Mediensynästhesien spielen mit Grenzformen der Wahrnehmung, mit der Austauschbarkeit, Überlagerung und Kreuzung von Schrift, Stimme, Klang, Bewegung, Musik und Bild, ohne sich jedoch in einer Synthese der Sinne, einem sensus communis aufzulösen. Lommels Studie bezieht erstmals das ambitionierte Projekt Bec kett on Film (2001) ein – die Verfilmung fast aller Theaterstücke Becketts.
In: Intermedialität - Analog /Digital
Bei Jean Renoir, einem der einflußreichsten Regisseure der Filmgeschichte, gehen Theater und Film eine enge Verbindung ein. Sein Filmschaffen begleitet zwei bedeutsame Medienumbrüche: den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm Ende der 20er Jahre und das Aufkommen des Fernsehens als Massenmedium Anfang der 60er Jahre. Seine „Theater/Filme“ erkunden die vielfältigen Spielräume, Wechselbeziehungen und Kombinationen zwischen Bühne und Leinwand. Sie überführen die Traditionen und Gattungen des europäischen Schauspiels – vom Barock- bis zum Boulevardtheater – in Darstellungsformen des Kinos, in eine Art Meta-Theater. Die Leinwand fungiert dabei wie ein Theatervorhang, vor oder hinter dem sich das filmische Geschehen abspielt. Renoir unterläuft die Trennung zwischen hoher Filmkunst und Unterhaltungsbedürfnis, indem er Populärformen des Amüsements und der Zerstreuung (Revue, Music Hall, Varieté, Slapstick) einbezieht und neue Spielformen entwickelt, in denen Kategorien wie Sein und Schein, Realismus und Surrealismus austauschbar erscheinen. Der Band Jean Renoirs Theater/Filme verknüpft exemplarische Filmanalysen mit intermedialen Fragestellungen – mit dem Ziel, Bausteine einer kombinierten Theater- und Filmgeschichte zur Verfügung zu stellen. Die einzelnen Beiträge des Bandes beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven Renoirs Zeit-Bilder, in denen sich imaginäre und gesellschaftliche Rollenspiele, kulturelle Inszenierungsformen und historische Entwicklungen, Aktualität und Virtualität durchdringen.
Beiträge zur Medientheorie und Kulturgeschichte der Zusammenarbeit
Praktiken der Kollaboration kennzeichnen die Digital- und Netzkultur. Der Band beleuchtet sie im historischen Vergleich von Diskursen, Semantiken und Kontexten der Zusammenarbeit seit dem 18. Jahrhundert.
Mit dem prozessorientierten Begriff der Kollaboration erschließen die Beiträge Gegenstandsbereiche, die jenseits einer plakativen Rede von Smart Mobs und effizientem Teamwork neue Formen von Kollektivität und ihre medientechnologischen Bedingungen in den Blick rücken. Untersucht werden kollektive Autorschaft, verteilte Kreativität und kollaborative Produktionsästhetik. Es gilt zu klären, wie Medien kollaborativ geschaffen werden und sich zugleich auf die Handlungsmacht von Akteuren auswirken. Welche Utopien, Fiktionen und Versprechen richten sich regulierend auf Praktiken der Kooperation?