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In: Ereignis Weimar-Jena
Bei Jean Renoir, einem der einflußreichsten Regisseure der Filmgeschichte, gehen Theater und Film eine enge Verbindung ein. Sein Filmschaffen begleitet zwei bedeutsame Medienumbrüche: den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm Ende der 20er Jahre und das Aufkommen des Fernsehens als Massenmedium Anfang der 60er Jahre. Seine „Theater/Filme“ erkunden die vielfältigen Spielräume, Wechselbeziehungen und Kombinationen zwischen Bühne und Leinwand. Sie überführen die Traditionen und Gattungen des europäischen Schauspiels – vom Barock- bis zum Boulevardtheater – in Darstellungsformen des Kinos, in eine Art Meta-Theater. Die Leinwand fungiert dabei wie ein Theatervorhang, vor oder hinter dem sich das filmische Geschehen abspielt. Renoir unterläuft die Trennung zwischen hoher Filmkunst und Unterhaltungsbedürfnis, indem er Populärformen des Amüsements und der Zerstreuung (Revue, Music Hall, Varieté, Slapstick) einbezieht und neue Spielformen entwickelt, in denen Kategorien wie Sein und Schein, Realismus und Surrealismus austauschbar erscheinen. Der Band Jean Renoirs Theater/Filme verknüpft exemplarische Filmanalysen mit intermedialen Fragestellungen – mit dem Ziel, Bausteine einer kombinierten Theater- und Filmgeschichte zur Verfügung zu stellen. Die einzelnen Beiträge des Bandes beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven Renoirs Zeit-Bilder, in denen sich imaginäre und gesellschaftliche Rollenspiele, kulturelle Inszenierungsformen und historische Entwicklungen, Aktualität und Virtualität durchdringen.
Das Verhältnis von Literatur und Auswärtiger Kulturpolitik hat bislang nur wenig Beachtung gefunden. Sicher gilt, dass Auswärtige Kulturpolitik nur in Ausnahmefällen Einfluss auf die Produktion von Literatur zeigt, dafür aber ganz erheblichen auf die internationale Rezeption deutschsprachiger Literatur. Seit 1919 befasst sich eine eigene Abteilung im Auswärtigen Amt mit auswärtiger Kulturpolitik. Deren Ziele sind seither in wechselnden historisch-politischen Konstellationen im-mer wieder neu bestimmt worden, der Ansatz aber blieb weitgehend gleich: Mit deutscher Kultur sollte implizit eine Vorstellung von deutscher Identität, Mentalität oder Gesellschaftsform vermittelt werden. Aktuell geht es um die Herstellung und das Offenhalten von Dialog- und Begegnungsräumen, die ein internationales Miteinander ermöglichen. Im System der Auswärtigen Kulturpolitik verändert sich die Funktionalität literarischer Texte, sie erhalten gleichsam durch den kulturpolitischen Vermittlungsakt eine zusätzliche Bedeutungsaufladung, die der Leser auch realisieren soll. Der Band entfaltet ein breites Spektrum von Fallstudien von der Auswärtigen Kulturpolitik am Hofe Peters I. bis in die Gegenwart und wartet mit Statements hochrangiger Vertreter aus Politik und Mittlerorganisationen auf.
Kultur um 1800
Der Band dokumentiert die Arbeit eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über 12 Jahre geförderten Großunternehmens, das sich dem zentralen Ereignis der Deutschen Kultur, der Periode um 1800 in Weimar/Jena widmete.
Unter dem Begriff "Ereignis" erfassen die Beiträge dieses Buchs einen zeitlich und räumlich lokalisierbaren Wirk- und Handlungsraum. Hier kulminierte die Aufklärung, weil bestehendes Gedankengut neu gedacht und experimentell in die soziale und wissenschaftliche Praxis überführt wurde. Jena, die »Stapelstadt des Wissens« machte dabei aus Wissen Kapital.