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In: Gerhard Nebel
In: Die schönen und die nützlichen Künste
In: Wind und Wetter
In: Fragmentarität als Problem der Kultur- und Textwissenschaften
In: Rationalisierungen des Gefühls
In: Massenfassungen
Ein interdisziplinäres Symposium
Series:  Kulte / Kulturen
Editor: Michael Neumann
Beiträge zur Diskurs- und Mediengeschichte der Menschenmenge
Als sichtbarer Akteur ist die Masse gegenwärtig weitgehend von der Bühne politischen und sozialen Handelns verschwunden. Und doch finden wir uns alle auch heute immerfort als Teilchen einer Masse angesprochen und erfasst, etwa in unserem Konsum- oder in unserem Wahlverhalten. Diese unterschiedlichen Auftritts- und Wirkungsformen der Masse verdanken sich nicht zuletzt einem Wandel der medialen Fassung der Menschenmenge. Mit Beiträgen von: Peter Friedrich, Michael Gamper, Uwe Hebekus, Susanne Lüdemann, Michael Neumann, Michaela Ott, Urs Stäheli, Ingrid Wurst und Burkhardt Wolf.
Inszenierungen. Praktiken. Symbole
Die aktuelle Debatte und die Wiederentdeckung des Rituals ist nicht zufällig. In der gegenwärtigen politischen Situation, die von Diskussionen um den Zerfall des Sozialen, den Verlust von Werten und der Suche nach einer kulturellen Identität geprägt sind, gewinnen Rituale und Ritualisierungen eine größere Bedeutung. Wurden sie im Zuge der 68er Debatte um den Nationalsozialismus fast ausschließlich unter den Aspekten der Stereotypie, Rigidität und Gewalt thematisiert, wenn nicht gleich nur vormodernen Gesellschaften zugeschrieben, so sollen sie jetzt eine Brückenfunktion zwischen den Individuen, den Gemeinschaften und den Kulturen übernehmen. Dabei lässt sich in den hier vorliegenden neuen Arbeiten der Trend zu einer neuen Akzentuierung in des Ritualbegriffs ausmachen. Die an der Phänomenologie, Medientheorie, Literaturwissenschaft, Ethnologie und den Kultur- und Geschichtswissenschaften orientierten Bestimmungen des Rituals fokussieren auf die Formen der Inszenierung von Macht, auf die Dynamiken symbolischer Ordnungen und auf die Magie des Ästhetischen. Rituale erscheinen als performative kulturelle Welten. Für die Entstehung und Praxis von Religion, Gesellschaft und Gemeinschaft, Politik und Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, Erziehung und Bildung sind sie unerlässlich. Mit ihrer Hilfe werden die Welt und die menschlichen Verhältnisse geordnet und interpretiert; in ihnen werden sie erlebt und konstruiert. Rituale erzeugen einen Zusammenhang zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft; sie ermöglichen Kontinuität und Veränderung, Struktur und Gemeinschaft sowie Erfahrungen von Transition und Transzendenz. Sie erscheinen nun nicht mehr als irrationaler Ausdruck von Mysterien kultischen Ursprungs, oder als Medium einer zum Irrationalismus geronnenen instrumentellen Vernunft totalitärer Systeme, sondern als lebensweltliche Scharniere, die durch ihren sozialen, ethischen und ästhetischen Gehalt unhintergehbare Sicherheiten in den Zeiten der Unübersichtlichkeit gewähren sollen. Aus dem Inhalt CHRISTOPH WULF, JÖRG ZIRFAS Performative Welten. Einführung in die historischen, systematischen und methodischen Dimensionen des Rituals CHRISTOPH WULF Ritual, Macht und Performativität. Die Inthronisation des amerikanischen Präsidenten KLAUS-PETER KÖPPING Geborgte Autorität? Autorität und Verhandelbarkeit von Shinto- und Volksritualen in Japan HORST WENZEL Ritual und Repräsentation WERNER RÖCKE Die Gewalt der Narren. Rituale der Gewalt und der Gewaltvermeidung in der Narrenkultur des späten Mittelalters JÖRG ZIRFAS Rituale der Grausamkeit. Performative Praktiken der Folter HANS-GEORG SOEFFNER Überlegungen zur Soziologie des Symbols und des Rituals GERD ALTHOFF Baupläne der Rituale im Mittelalter. Zur Genese und Geschichte mittelalterlicher Herrschaftsrituale INGRID KASTEN Ritual und Emotionalität. Die Anfänge des Theaters im Mittelalter AXEL MICHAELS Das Heulen der Schakale. Ein Tier- und „Menschen“-opferritual in Nepal CATHERINE BELL Exercise, Ritual, and Political Dissent: The Falun Gong KARL-SIEGBERT REHBERG Institutionelle Ordnungen zwischen Ritual und Ritualisierung HELMAR SCHRAMM Ritual und Instrument ERIKA FISCHER-LICHTE Theater und Ritual ANGELA KEPPLER Das Ritual politischer Talkshows LUDWIG JÄGER Zur medialen Logik von Ritualen JOHANNES BILSTEIN Zur Ikonographie von Ritualen GERT NEUMANN Le rituel piège. Daniel Spoerris Fallenbilder zwischen Kunst und Ethnographie
"Ein gewaltiger Verhöhner des Zeitgeistes"
Gerhard Nebel war ein Freigeist und ein Querulant. Er ließ sich in keine Schublade stecken. Ob nun Sozialdemokrat, Marxist, Nihilist, Atheist, Existenzialist oder Metaphysiker: Nichts will auf ihn passen, diesen »gewaltigen Verhöhner des Zeitgeistes«. Seine Texte, voll aufbrausender Leidenschaft, Eigensinnigkeit und Eifer, sind noch heute faszinierend. Im raschen Wechsel seiner Überzeugungen, die Nebel alle stets mit Inbrunst vertrat, spiegelt sich die Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts. Nun wird dieser Querdenker aus dem Umkreis Ernst Jüngers wiederentdeckt. Was er zu Themen wie Ökologie, Medienlandschaft und islamistischer Gefahr zu sagen hat, die wieder hochaktuell sind, wird hier herausgearbeitet.