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Interferenzen zwischen Text, Bild, Musik, Film und Wissenschaft
Das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« an der Universität des Saarlandes verfolgt in der vorliegenden Publikation einen neuen, interdisziplinären Zugang zum Faszinosum des Traums als Ergebnis kultureller und ästhetischer Konstruktionen.
Medienkomparatistisch ausgerichtet, erschließen Wissenschaftler_innen der Alt- und Neuphilologien, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Theologie, Philosophie, Medien-, Film- und Kulturwissenschaft systematisch die Ästhetik und Poetik von Traumdarstellungen in unterschiedlichen Medien. Aus historischer Sicht werden ferner Traum-Paradigmen aus den europäischen Kulturen von der Antike bis zur Gegenwart analysiert. Wie reagieren Künstler und Intellektuelle verschiedener Epochen auf die Erlebniswelt des Traums und auf das Traumwissen ihrer Zeit? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Wissensgeschichte, Kultur und Traumästhetik? Generiert der ›Eigensinn‹ des Traums in den unterschiedlichen Medien neue ästhetische Verfahren?
Die Beweglichkeit des fotografischen Apparats, seine Möglichkeiten verschiedene Blickwinkel und Einstellungen zu erproben, die Option, ein Objekt ferner oder näher zu rücken, haben Proust dazu verlockt, diese visuellen Techniken in das Medium der Literatur zu transportieren. Der Band widmet sich einer Neuentdeckung dieses intermedialen Potentials in Prousts Recherche und der wahrnehmungsästhetischen Relevanz heterogener medialer Dispositive wie Telefon, Laterna Magica, Fotografie und Postkarte, die Prousts écriture kennzeichnen. Die Beiträge fokussieren die intermediale Ästhetik der Recherche und deren filmische Transformationen am Beispiel der Proust-Filme von Percy Adlon, Volker Schlöndorff, Raoul Ruiz und Chantal Akerman sowie der unverfilmten Proust-Drehbücher von Luchino Visconti und Harold Pinter. Das breite Spektrum der Beiträge bereichert die traditionelle Proust-Lektüre um neue visuelle, textuelle, akustische und sinnliche Erfahrungen.