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  • Author or Editor: Patricia Oster-Stierle x
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In: Marcel Proust: Bewegendes und Bewegtes
Die von Karlheinz Stierle und Rainer Warning gegründet Reihe „Romanistisches Kolloquium“ verbindet zentrale thematische und methodologische Perspektiven romanistischer Philologie und Literaturwissenschaft und sucht so die einzelnen romanistischen Disziplinen mit einer Vorstellung von übergreifender, stets revidierbarer Einheit der romanischen Sprachen und Literaturen zusammenzuführen. Die schon vorliegenden Bände etwa zur Pluralität der Renaissance, zur Lyrik der Avantgarde, zur Moralistik und zum Zeitalter der Aufklärung sind Beiträge zu einer neuen romanistischen Literaturwissenschaft, aber sie sind zugleich Grundlagen für die Lehre in den einzelnen romanistischen Disziplinen – und für ein Bewußtsein ihrer Kohärenz und Kontinuität.

The series "Romance Studies Colloquium", founded by Karlheinz Stierle and Rainer Warning, brings together central thematic and methodological perspectives of Romance philology and literary studies and thus seeks to unite the individual Romance disciplines with a notion of an overarching, constantly revisable unity of Romance languages and literatures. The volumes already available, for example, on the plurality of the Renaissance, on avant-garde poetry, on moralistic studies, and on the Age of Enlightenment, are contributions to a new approach to Romance literature, but they are at the same time foundations for teaching in the individual Romance disciplines - and for an awareness of their coherence and continuity.
Dante ist von unvergleichlicher Strahlkraft in der romanischen Welt. Die Darstellung beginnt mit einführenden Überlegungen zu „Dante architetto dell’eterno“ (Ossola) und „Dante mitologo del moderno“ (Cometa). Es folgen Beiträge zu neoplatonischen Aktualisierungen (Ott) und zu Ariost (Rivoletti). Mit Foscolos (Cristaldi), Mme de Staëls (Klinkert) und Béquers (Jacobi) produktiver Rezeption öffnet sich die Perspektive auf Dantes Präsenz im 19. Jahrhundert in Italien, Frankreich und Spanien. Ein Schwerpunkt der Untersuchung gilt modernen Antworten auf die Commedia. Dazu gehören in Italien Pirandello (Caputo), Montale (Güntert) und Del Giudice (Klettke). Avantgardistische Positionen finden sich bei Sanguineti (Hufnagel) und insbesondere im Umkreis der französischen Zeitschrift Tel Quel (Oster-Stierle). Nicht zuletzt erscheint Beatrice in neuem Licht (Kuon). Mit den Beiträgen über Füsslis Dante-Bilder (Riccardi) und Liszts Dante-Sonate (Berger) schließt der Band ab.
Theorien und Poetiken
Was ist Freundschaft? Die traditionelle Bestimmung der Freundschaft, die Aristoteles so wirkungsmächtig als eine Praxis des nahen Zusammenlebens zwischen Gleichen bestimmt hatte, ist nicht mehr das, was unsere heutige Kultur der Freundschaft ausmacht. In unserer Zeit sind Freundschaften eingebunden in offene und dynamische soziale Netzwerke, sie sind temporär und plural, sie verwirklichen sich oft eher in der Distanz der telekommunikativen Medien als in der Gegenwärtigkeit des anderen. Der Band fragt nach den historischen Bestimmungen des Begriffes der Freundschaft und seinen philosophischen, theologischen, soziologischen und literarischen Bedeutungen, um das Bewusstsein dafür zu öffnen, was Freundschaft sein kann.
Interferenzen zwischen Text, Bild, Musik, Film und Wissenschaft
Das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« an der Universität des Saarlandes verfolgt in der vorliegenden Publikation einen neuen, interdisziplinären Zugang zum Faszinosum des Traums als Ergebnis kultureller und ästhetischer Konstruktionen.
Medienkomparatistisch ausgerichtet, erschließen Wissenschaftler_innen der Alt- und Neuphilologien, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Theologie, Philosophie, Medien-, Film- und Kulturwissenschaft systematisch die Ästhetik und Poetik von Traumdarstellungen in unterschiedlichen Medien. Aus historischer Sicht werden ferner Traum-Paradigmen aus den europäischen Kulturen von der Antike bis zur Gegenwart analysiert. Wie reagieren Künstler und Intellektuelle verschiedener Epochen auf die Erlebniswelt des Traums und auf das Traumwissen ihrer Zeit? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Wissensgeschichte, Kultur und Traumästhetik? Generiert der ›Eigensinn‹ des Traums in den unterschiedlichen Medien neue ästhetische Verfahren?
Zur Hermeneutik visueller Strukturen in der frühen Neuzeit
Konstitutiv für allegorische Bilder ist die Diskontinuität zwischen res und signum, zwischen sichtbarer Oberfläche und einem »Dahinter« an Bedeutetem. Ging man lange davon aus, dass der Bezug zwischen ihnen allein auf Konventionsregelung beruhe und so einer ästhetischen Aufladung der Wirklichkeitsdeutung eher im Wege steht, erweisen sich gerade die Bildallegorien der frühen Neuzeit mit ihrem stetig wachsenden Potential an mimetischer Darstellungskraft und den erhöhten Ansprüchen an Kohärenz und »Schönheit«, an Inventionsleistung und künstlerische Qualität der Darstellung als ein Feld, auf dem die Frage nach dem eigentlichen Ort der Sinnproduktion völlig neu verhandelt wird.
Die Beweglichkeit des fotografischen Apparats, seine Möglichkeiten verschiedene Blickwinkel und Einstellungen zu erproben, die Option, ein Objekt ferner oder näher zu rücken, haben Proust dazu verlockt, diese visuellen Techniken in das Medium der Literatur zu transportieren. Der Band widmet sich einer Neuentdeckung dieses intermedialen Potentials in Prousts Recherche und der wahrnehmungsästhetischen Relevanz heterogener medialer Dispositive wie Telefon, Laterna Magica, Fotografie und Postkarte, die Prousts écriture kennzeichnen. Die Beiträge fokussieren die intermediale Ästhetik der Recherche und deren filmische Transformationen am Beispiel der Proust-Filme von Percy Adlon, Volker Schlöndorff, Raoul Ruiz und Chantal Akerman sowie der unverfilmten Proust-Drehbücher von Luchino Visconti und Harold Pinter. Das breite Spektrum der Beiträge bereichert die traditionelle Proust-Lektüre um neue visuelle, textuelle, akustische und sinnliche Erfahrungen.
Explorationen und Perspektiven
Der Band bietet eine neue Perspektive auf den moralistischen Diskurs vor allem in den romanischen Ländern unter primär ästhetischen Gesichtspunkten.
Im Zentrum stehen Aspekte der Konturierung des Menschen als eines Wesens, das nur aus der Erfahrung und Beobachtung des Konkreten näher zu bestimmen ist.


Mit Beiträgen von:
Günter Bader, Rudolf Behrens, Jörg Dünne, Roland Galle, Andreas Höfele, Wolfgang Matzat, Maria Moog-Grünewald, Katharina Münchberg, Patricia Oster, Helmut Pfeiffer, Jörn Steigerwald, Karlheinz Stierle, Rainer Warning, Friedrich Wolfzettel.
À la Recherche du temps perdu ist ein künstlerisch gestaltetes Universum von unvergleichlicher Größe. Vielfältige Bewegungen durchziehen und gliedern diese Welt – nicht nur als Formen ästhetischer Erfahrung, sondern auch als Modelle literarischer Hermeneutik. Die Kategorie der Bewegung ist unumgänglich, um die Poetik der Recherche zu verstehen. Dies beginnt bei erzählerischen Modellierungen von Bewegung an Schlüsselstellen und führt zu Erkundungen des ästhetischen Potenzials verschiedener Bewegungsarten. Analysiert wird dies vor dem Hintergrund zahlreicher einschlägiger Diskurse: die moderne Kinästhetik, die Philosophie Henri Bergsons, die medizinische Theorie der Nervosität, die Theorie fotografischer Stillstellung. Ebenso wichtig sind die intertextuellen Bezüge, die von Anspielungen auf Ovid und Hans Christian Andersen bis zu generischen Referenzen auf die moderne Lyrik, die avantgardistischen Formen des Theaters und die Ästhetik des Kinos reichen.