Zum Geist und zur Gestalt des politischen Denkens im klassischen China
in Sprache und Literatur
Der Briefwechsel zwischen Eric Voegelin und Leo Strauss von 1934 bis 1964
Reihe: Periagoge
HerausgeberIn: Peter J. Opitz
Die Zahl deutscher Philosophen von internationalem Rang in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist eher begrenzt. Neben Hannah Arendt und Karl Löwith, Hans Jonas und Hans Blumenberg, gehören zu ihr auch zwei Männer, die in den 30er Jahren Europa verließen, in den USA eine neue akademische Karriere begannen und zu Weltruhm gelangten: Leo Strauss und Eric Voegelin. Mit den Namen dieser beiden deutschen Emigranten verbinden sich neben ihrer scharfsinnigen Kritik an einer zum Positivismus verflachten Sozialwissenschaft die Bemühungen um eine Wiederbelebung der griechischen politischen Philosophie. Dass beide Denker jenseits dieser Gemeinsamkeiten höchst unterschiedliche philosophische Positionen vertraten, ist eine der zahlreichen Erkenntnisse, den ihr über zwei Jahrzehnte geführte Briefwechsel vermittelt. Nachdem dieser schon in englischer und französischer Übersetzung vorliegt, erscheint er hier erstmals in der Originalfassung. Ein Dokument von besonderem Reiz. Hans-Georg Gadamer
Zur Genese und Gestalt der modernen politischen Gnosis
Reihe: Periagoge
HerausgeberIn: Peter J. Opitz
Eine Einführung
Reihe: Periagoge
HerausgeberIn: Peter J. Opitz
Es gibt nur wenige Klassiker der modernen politischen Philosophie – Eric Voegelins Die neue Wissenschaft der Politik ist einer von ihnen. Ihre Erstveröffentlichung 1952 in den USA zog durch eine Titelgeschichte vom Time Magazine sogleich breite Aufmerksamkeit auf sich und brachte dem Autor den Ruf eines Theoretikers von Rang ein. Sie ist im besten Sinne des Wortes eine Streit- und zugleich eine Programmschrift. In dezidierter Frontstellung gegen das positivistische Wissenschaftsverständnis unternimmt der Autor den Versuch, die politische Wissenschaft in Anknüpfung an die Tradition der klassischen episteme politike als eine Wissenschaft von menschlicher und gesellschaftlicher Ordnung neu zu begründen. In ihrem Mittelpunkt stehen, neben der Frage nach dem Wesen der Rationalität, eine Philosophie der Geschichte mit einer ebenso kritischen wie kontroversen Deutung der westlichen Modernität. Als „ein Werk von exzeptioneller Qualität“ brachte Die neue Wissenschaft der Politik Voegelin den begehrten Lippencott Award der American Political Science Association ein. Auch heute, ein halbes Jahrhundert nach ihrem ersten Erscheinen, hat sie nichts von ihrer ursprünglichen Frische, Aktualität und intellektuellen Brillanz verloren.
Reihe: Periagoge
HerausgeberIn: Peter J. Opitz
Daß Jean Bodin (1529/30-1596) zu den bedeutendsten Staatsphilosophen der frühen Neuzeit zählt und daß seine Theorie der Souveränität ein wichtiger Beitrag zum modernen politischen Denken darstellt, ist allgemein bekannt. Wesentlich weniger bekannt sind dagegen die theoretischen und religiösen Grundlagen seines Denkens, aus denen sich erst die geistige Einheit seines großen Werkes erschließt. Die beiden erstmals hier in deutscher Sprache veröffentlichten Essays von Eric Voegelin konzentrieren sich vor allem auf die religiösen Grundlagen des Bodinschen Denkens und zeigen, wie sich aus ihnen heraus die Einheitlichkeit des Werkes des großen französischen Philosophen und Mystikers entfaltet. Gleichzeitig bezeugen sie aber auch den großen Einfluß, den Jean Bodin auf die politische Philosophie Eric Voegelins hatte, für den Bodin zu den großen und „repräsentativen Figuren im Verständnis von Ordnung in Zeiten geistiger Unordnung“ gehörte.
Zur Pathologie des modernen Geistes
Reihe: Periagoge
HerausgeberIn: Peter J. Opitz
Die „geistige Krise“ der westlichen Moderne bildet den Mittelpunkt, um den das Denken Voegelins kreiste. Die Rekonstruktion der Prozesse, die in diese Krise führten und die Bestimmung ihrer geistigen Wurzeln bilden das eine große Thema seines Werkes, die Suche nach Wegen aus dieser Krise und der Entwurf einer Philosophie der Ordnung das andere. 1938, noch in Wien, hatte Voegelin in der Studie die Politischen Religionen eine erste Deutung dieser Krise vorgelegt. Ein Jahrzehnt später, inzwischen noch immer in der Emigration, folgte im Schlussteil seiner History of Political Ideas, eine zweite, weitaus präzisere Diagnose. Unter dem Titel „Die Krise“ verfolgte sie jene intellektuellen und politischen Strömungen seit der Aufklärung, die zur Zerstörung der geistigen Grundlagen der westlichen Zivilisation führten und schließlich in den totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts ihren blutigen Höhepunkt fanden.
Die große Verwirrung
HerausgeberIn: Peter J. Opitz
»Wer nach Rom kam und brachte Geld, der kriegte die Vergebung der Sünden. Ich, als ein Narr, trug auch Zwiebeln nach Rom und brachte Knobloch wieder.« - Martin Luther
1511 verbrachte Luther ein Jahr in Rom. Der Ablasshandel, die Korruption und die allgemeine Sittenverderbnis, die in der ewigen Stadt grassierten, bereiteten sein Damaskuserlebnis vor: Ihm wird bewusst, dass Gott nicht mit sich handeln lässt, dass Gerechtigkeit ein reines Gnadengeschenk ist, das allein durch den Glauben an Jesus Christus gegeben wird.
Für Voegelin ist Luther mit diesem sola fide-Prinzip ein Repräsentant der großen Verwirrung, »grundsätzlich mit nichts anderem beschäftigt als mit der Verbreitung seiner eigentümlichen, persönlichen Erfahrung, die er der gesamten Menschheit als Existenzordnung auferlegen wollte. Der Schatten egoistischen Obskurantismus – die stärkste Kraft der modernen Welt – begann sich auszubreiten.
Die Entscheidung des Herzens und der »Wahnsinn des Eigendünkels« (Hegel) lösen alle Wertekomplikationen und Wertekonflikte. Im »Herzen« Luthers sehen wir das »Gewissen« Kants vorgeformt. Der kategorische Imperativ Kants lieferte sehr pflichtfertig die konkrete Idee einer Gemeinschaft freier Haushaltsvorstände mit unabhängigem ökonomischem Status. Und Luthers Herz offenbarte ihm eine wirtschaftlich einfache, vorwiegend vom Ackerbau geprägte Gesellschaft mit ein paar Handwerkern und Geschäftsleuten als wünschenswert. Das Herz war in diesem Punkt sehr deutlich: »Großkaufleute und Finanziers wie die Fugger müssen gezügelt werden, und ein Zinssatz von 20 Prozent ist unchristlich.«

Inhalt:
§ 1. Presse und Öffentlichkeit
§ 2. Das Schisma. Die Disputation von Leipzig
§ 3. Die Historizität der Symbole. Kirche und Transsubstantiation
§ 4. Die 95 Thesen
§ 5. Die Rede an den christlichen Adel deutscher Nation
§ 6. Rechtfertigung durch den Glauben
§ 7. Nachbetrachtungen
§ 8. Calvin und die Prädestination