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In: Zugänge zu Metaphern - Übergänge durch Metaphern
In: Traumwelten
In: Prometheus gibt nicht auf
In: Techniken der Subjektivierung
In: Raumprobleme
In: Umlernen
In: Michel Serres
Was können wir nicht alles vermittels ihrer multiplen Einsatzformen tun: Wir »erfassen«, »berühren« und »begreifen« mit den Händen, wir »geben«, »reichen« und »halten« einander die Hände, wir arbeiten und schreiben mit der Hand – und Hände können ebenso »zupacken« wie etwas kneten, zurechtzupfen, glattstreichen oder aber sich zu Zeichen formen. Wir »winken« zum Beispiel »ab«. Von der Handreichung über den Handapparat bis zum Handzettel ist nicht zuletzt die Wissenschaft voller Verweise auf den »händischen« Charakter dessen, was denkende Textarbeit mindestens begleitet, ihr vielleicht aber auch notwendig zugrunde liegt. So notwendig wie das »Handeln« (vulgo: die Praxis) der Theorie entspricht oder entsprechen sollte.
Zur Geschichte des Sehens gehört die der Visualisierung von Unsichtbarem durch technische Hilfsmittel. Dem Unsichtbaren zugewandt sind aber auch Praktiken des Hellsehens und der Geisterseherei. Die Beiträge des Bandes loten darüber hinaus diverse weitere Konzeptualisierungen, Inszenierungen und Thematisierungen des Unsichtbaren aus, insbesondere mit Blick auf die philosophische Tradition sowie im Rekurs auf literarische Texte, auf künstlerische Arbeiten und Installationen. Wie unsichtbar sind Infrastrukturen? – Dichtung, Mythos und Unsichtbares, Tarnkappen, Unsichtbares Handeln – ein unsichtbares Denkmal – Kunst der Verhüllung, verhüllende Kunst.
Ketten – das sind zum einen räumlich-körperliche Objekte, die ein Ganzes bilden, zum anderen fungieren sie als Bilder für einen Modus: den des Verkettens. Zeitlich und womöglich kausal mit-einander Verknüpftes wird fest verbunden – zu einem Gebilde, das Anfang und Ende haben kann, sich flächig zum Gewebe formt oder auch sich kreisförmig schließt. Die Kette fasziniert als Sache an der Grenze der Mechanik: eine Gesamtheit perfekt gleicher, dabei je für sich starrer Teile vermag gleichwohl sensationell beweglich zu sein. Jederzeit bleibt die Kette zudem ein atomistisches Gefüge nur aus Gliedern. In ihren Einsatzmöglichkeiten gleicht sie dennoch dem Band oder dem Seil. Überdies appellieren Ketten an die fünf Sinne: Sie rasseln, knarzen oder klirren, sie blinken, leuchten rostrot oder verfügen über einen matten Glanz; ihr Metall ist sprichwörtlich kalt, aber auch leicht wärmbar oder glühend heiß – und sie sind nicht selten schwer. Das Bedeutungsspektrum des Sprachbildes »Kette« lässt sich gleichwohl kaum aus der Summe seiner Aspekte ableiten. Wir haben es mit einer wuchernden Begriffsgeschichte und mit überdeterminierten Kontexten zu tun. Eben auf diese Weise fängt die Kette komplexe Problemstellungen ein.