in Medien der Autorschaft
in Literaturbetrieb
Zu Carl Einsteins 'Bebuquin'
in "Spazieren muss ich unbedingt"
in Robert Walsers Ambivalenzen
in Historiografie der Moderne
Versuch zur Bestimmung von Grundstrukturen
HerausgeberIn: Reto Sorg
Jochen Grevens 1960 erschienene Untersuchung ist ein Meilenstein der Robert Walser-Forschung. Als eine der wegweisenden Pionierarbeiten der Nachkriegsgermanistik, situiert sie den damals weitgehend vergessenen Autor zwischen einem emphatischen Existenzialismus, einer ins Utopische spielenden kritischen Theorie und einem den linguistic turn antizipierenden Konstruktivismus.
Robert Walser und die Kultur des Gehens
HerausgeberInnen: Reto Sorg und Annie Pfeifer
Die Kultur des Gehens entwickelt sich parallel zur mechanisierten Fortbewegung in Eisenbahn und Automobil und knüpft an die alte Tradition an, die zwischen Gehen, Denken und Schreiben Korrespondenzen entdeckt. Robert Walser setzt seinen romantischen Vorläufern und den urbanen Flaneuren seiner Zeit in seiner Erzählung Der Spaziergang von 1917 eine eigene, selbstreflexive Gangart entgegen.Die deutsch- und englischsprachigen Beiträge untersuchen Walsers Spazieren als poetisches Konzept und als Schreibbewegung, als Form der Naturästhetik und als Absage an die Alpenideologie, im Kontext der Psychiatrie und im Vergleich zu Lessings ambulanter Rhetorik, Lucius Burckhardts Promenadologie sowie den zeichnerischen und architektonischen Spaziergängen von Paul Klee und Adolf Loos.
HerausgeberInnen: Stefan Bodo Würffel und Reto Sorg
'Das Ganze ist das Unwahre.' Adornos berühmtes Diktum aus den ›Minima Moralia‹ reflektierte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, was die Kunst bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts als Parole ausgegeben und zur Grundlage ihrer Ästhetik des Bruchs gemacht hatte. Als allein noch gültiger, adäquater Ausdruck einer Welt, die längst aus den Fugen gegangen war und gleichwohl ihrer eigentlichen Vollendung harrte, meldete das Fragment seinerseits einen Totalitätsanspruch an, der den Widerspruch geradezu provozieren musste, jenseits der vordergründig harmonisierenden, grossenteils staatlich verordneten Ganzheitsvorstellungen, die Literatur und Leben, Kunst und Politik des letzten Jahrhunderts beschädigt und in weiten Teilen auch vernichtet hatten. Die postmoderne Provokation der ahistorisch-skurrilen Collage, in der Fragment und Totalität, Bruchstück und Gesamtkunstwerk schliesslich zusammenfielen, erschien als vorerst letzte Antwort auf einen Zustand, dessen vermeintliche Aporien weder die Kunst noch die ihr geltenden Wissenschaften zu akzeptieren bereit waren.
Formen literarischer (Selbst-)Inszenierung von Brief und Tagebuch bis Fotografie und Interview
HerausgeberInnen: Urs Meyer, Reto Sorg und Lucas Marco Gisi
Was ist ein Autor?
Kaum ein anderer Begriff wurde so sehr de- und rekonstruiert wie derjenige der Autorschaft. Autorschaft ist zwar primär ans Schreiben gebunden, konstituiert und inszeniert sich aber auch in anderen Medien wie Fotografie, Film, Interview, Preisrede, Vortrag, Brief, (Auto-)Biografie, Tagebuch und Nachlass. In chronologischer Folge beleuchtet dieser Band unterschiedliche Autorbilder und deren mediale Verfasstheit. Fallstudien vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart zeigen, wie sich das Selbst- und Fremdbild von Autorschaft im Laufe der Zeit wandelt und welchen Anteil daran der Mediengebrauch hat.