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Author: Roland Spiller

Im Zuge der epistemologischen Ausdifferenzierung des Antagonismus von Traumrealität und ›wirklicher‹ Realität nehmen Jorge Luis Borges’ lebenslange Dantelektüren eine markante Position ein, die zu seiner Aufhebung führen. Eine textnahe Analyse des funktionalen Spektrums der Traumpassagen führt zur Erkenntnis ihrer besonderen affekt- und empathiesteigernden Effizienz.

Der Beitrag fasst die Etappen der inhaltlichen, formalen und funktionalen Korrelation der Traumaspekte mit Bezug zu Dante zusammen und beschreibt anhand exemplarischer Passagen aus Prosa und Lyrik die Thematik von Körper, Geburt und Tod. Dabei wird die Rolle der Empathie in der funktionalen Architektur des Traummotivs fokussiert und in ihrer werkgenetischen und literaturhistorischen, auf Dante gestützten Entwicklung gezeigt. Dabei stellt Borges’ Befreiung der Paolo-und-Francesca-Szene von moralischer Verurteilung zurück ins Buch und gleichzeitig enthebt sie die Traumlogik der Vorstellung linearer Ursprünglichkeit. Im zyklischen Traum der Liebe manifestiert sich im Augenblick der Epiphanie die Zeitlosigkeit.

In: An den Rändern des Lebens
Der Traum als anthropologisches Phänomen erfreut sich in der mittelalterlichen Literatur einer besonderen Beliebtheit.
Ausgehend von den mannigfaltigen literarischen Traumdarstellungen und einem ausgesprochen facettenreichen Umgang der Erzähler mit dem Traummotiv, untersucht das Buch mittelalterliche Erzähltexte, in denen die Liebe mit dem Traum in Verbindung gebracht wird. Unter Berücksichtigung der Geschlechterverhältnisse wendet sich die Studie aus einer komparatistischen und hermeneutischen Perspektive den Fragen zu, wie in deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Erzähltexten des Mittelalters das Liebestraummotiv eingesetzt wird und welche Funktionen die Liebesträume in den einzelnen volkssprachlichen Literaturen erfüllen.
Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten
Sterben und Geborenwerden liegen an oder jenseits der Grenzen des Lebens. Damit kommen sie stets entweder zu früh oder zu spät, um als authentische eigene Erfahrung mitgeteilt werden zu können. Träume hingegen vermögen in Form von Fiktionen, Imaginationen und Inszenierungen ästhetische Erfahrungsräume für diese extremen körperlichen Übergänge zu eröffnen. In Träumen vom Lebensanfang und Lebensende werden das ohnehin Rätselhafte des Traums, seine Missachtung der physikalischen Gesetze von Zeit und Raum sowie die Infragestellung kultureller Modelle von Identität, Kohärenz und Rationalität noch potenziert. Literarisch-künstlerische Traumerzählungen und Traumbilder finden höchst originelle Ausdrucksformen, um das Abwesende, Unvorstellbare oder nicht realistisch Erzählbare zu vergegenwärtigen und zu vermitteln: Von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein lassen sich unzählige Träume in Literatur, Kunst, Musik, Theater und Film ausmachen, bei denen die leibliche und sinnliche Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht. Solchen Phänomenen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen sowie seinen komplexen künstlerischen Realisierungen widmet sich dieser Band, der sich im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« als Beitrag zu einer Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte des Traums versteht.
Dimensionen eines Phänomens in Kunst und Kultur
Das „Wunderbare“ in seiner Komplexität und Vielfältigkeit sowie seinen fachwissenschaftlich kontrovers diskutierten Varianten ist der zentrale Untersuchungsgegenstand dieses ersten interdisziplinär angelegten Sammelbandes zu Dimensionen des Wunderbaren in Kunst und Kultur.
Vom biblischen Wunderglauben über bizarre Bildwelten Hieronymus Boschs bis hin zu fiktional imaginierten Science-Fiction-Szenarios: Das „Wunderbare“ wird in diesem Band als ästhetisch-künstlerisches Phänomen in Literatur, Theater, Film und bildender Kunst untersucht und als „gesamtkulturelles“ Phänomen unter religions-, sprach- und geschichtswissenschaftlichen sowie soziologischen und (para-)psychologischen Perspektiven betrachtet.