in Populärkultur, Massenmedien, Avantgarde 1919-1933
in Zur religiösen Signatur des Kapitalismus
in Paulus-Lektüren
in Paulus-Lektüren
in Paulus-Lektüren
Das politisch-philosophische Denken der Gegenwart steht im Zeichen einer erneuten Debatte des Theologisch-Politischen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Rückbesinnung auf die Briefe des Völkerapostels Paulus. Die unterschiedlichen Neulektüren, wie sie Giorgio Agamben, Alain Badiou und Jean-Claude Milner vorgelegt haben, entdecken die Gegenwart als deren nach wie vor gültige Adresse. Drei Fragestellungen lassen sich ausmachen: erstens die Rückgewinnung beziehungsweise Neuformulierung eines Universalismus, der den Konformismus kultureller Gemeinschaften aufsprengen würde; zweitens die geschichtliche Situierung der Gegenwart innerhalb der unvollendeten Geschichte, drittens die erneute Öffnung eines utopisch-revolutionären Horizontes jenseits der kapitalistischen figura mundi. Die Fragestellungen antworten auf Tendenzen und Konflikte der Gegenwart. Die Beiträge der Paulus-Lektüren gehen zurück auf Vorträge des ersten Kolloquiums des Internationalen Forschungskollegs Religiöse Ordnungsmodelle der Moderne an der LMU München. Sie knüpfen an die aktuellen Paulus-Lektüren an und führen die Debatte in den Bereichen Theologie, Literatur und Kulturtheorie fort. Mit Beiträgen von Alf Christophersen, Dominik Finkelde, Herbert Holl, Jens Kabisch, Pierre Legendre, Thorben Päthe, Giuliana Parotto, Christoph Schmidt, Anton Schütz, Peter Zeillinger.
Die politisch-ökonomische »Diesseitsreligion« des russischen Realsozialismus hat sich 1990 von der Bühne der Geschichte verabschiedet. Nicht verabschiedet haben sich die Motive der Kapitalismuskritik: die systemischen Krisen, das Elend, der Hunger, das System maßloser Verschuldung.
Fünf zentrale Fragestellungen lassen sich hieraus ableiten: nach den religiösen und theologischen Figuren der Ökonomiekritik im 19. und 20. Jahrhundert; nach dem Zusammenhang von Religion und Ökonomie; nach der Bedeutung und Tragfähigkeit der Säkularisierung angesichts der religiösen Implikationen sowohl der kapitalistischen Ökonomie als auch ihrer sozialistischen Kritik; nach der Bedeutung des Sakralen und Profanen in der bürgerlichen Moderne; nach der Religiosität der kommunistischen Bewegung, ihrer Heilserwartungen, politischen Kulte und Liturgien.
Was die Weimarer Kultur auszeichnet, ist ihre starke Ambivalenz. Während einerseits ein Trend zur Demokratisierung und neue, innovative Entwicklungen die Kultur- und Medienlandschaft prägen, zeigen sich andererseits Unstimmigkeiten zwischen Theorie und Praxis, staatliche Kontrollmechanismen werden sichtbar und längst überholte Wertvorstellungen verstecken sich im unterhaltsamen Gewand der Populärkultur. Doch ist das künstlerisch-intellektuelle Klima zwischen 1919 und 1933 tatsächlich so innovativ und sind die Produkte der Alltags- und Massenkultur wirklich so konservativ? Wo wird möglichweise die Avantgar-de affirmativ, wo die Populärkultur politisch? Diese Fragen und Ambivalenzen bearbeitet der Band in theoretischen Reflexionen und Analysen ausgewählter Beispiele aus dem Bereich der Avantgarde wie auch der Populärkultur (Boulevardkomödie, Fotobücher, Musiktheater, Reklame) und mit besonderem Fokus auf deren Schnittstellen in Rundfunk, Film, Fotografie, Theater und Literatur. Er bietet damit einen neuen medienarchäologischen Blick auf die Kultur der Weimarer Moderne.