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Tautologizität in Kafkas Tagebüchern
Das Schweigen in seiner vielschichtigen Phänomenologie hat in der gegenwärtigen Geistes-landschaft Konjunktur. „Spricht die Seele, so spricht ach! schon die Seele nicht mehr.“ Was Schiller und Goethe wussten, dass die sprechend gesuchte Wahrheit oft am Schweigen liegt, ist der Dichtung der klassischen Moderne als Paradox eingeschrieben. Sie spricht vom Schweigen und reflektiert damit eine Grundbedingung ihrer Konstitution. Diesen hohen Stel-lenwert des Schweigens zu rechtfertigen, ist das Ziel der vorliegenden Studie. Am Beispiel der Tagebücher Franz Kafkas, die in der europäisch-erzählenden Tagebuch-tradition eine Sonderstellung ein-nehmen, wird das Schweigen auf einen neuen Begriff gebracht: Tautologizität.
In: Permanentes Provisorium
Hans Blumenbergs Umwege
Blumenbergs Philosophie ist eine Philosophie der Umwege und des Neuansetzens. Sie stellt einen Versuch dar, sich unter den Bedingungen der Moderne produktiv einzurichten, ohne ethische Ansprüche aus dem Blick zu verlieren.
Das Provisorische kehrt bei Blumenberg implizit wie explizit wieder. Als Beschreibungskategorie macht es die Welt erklärbar und stiftet eine Orientierungsleistung. In Kombination mit einer positiven Umdeutung des Umweges erlaubt es Distanzierung von einem unübersichtlichen Verstricktsein in Weltzusammenhänge sowie ein Handeln als ob wir wüssten, was wir tun. Ziel ist ein Nachdenken, das der Vorläufigkeit moderner Wirklichkeiten gerecht wird. Der Band widmet sich der Figur des Provisorischen und der Umwegskultur und verbindet eine systematische Perspektive auf das Werk Blumenbergs mit philosophiehistorischen Einordnungen und der Diskussion bisher unbeachteter Anknüpfungspunkte.