Findet im modernen Gedicht die Seele zur Sprache? Autorinnen und Autoren der POETICA III fragen nach der Bestimmung der Seele und ihrer Sprachen im Resonanzraum des Gedichts
Wie kommt die Seele zur Sprache und was sind ihre Sprachen? Sind es die Sprachen der Dichtung oder die der Wissenschaft? Werden ihr die ästhetischen Ideen der Poesie oder der Musik gerechter als die Verstandesbegriffe der Theologie, der Psychoanalyse, der Gehirnforschung? Welche Wirklichkeit hat die Seele in einer säkularisierten Welt noch, welche Wirklichkeit in Kulturen, in denen metaphysische Traditionen ungebrochen sind?
Gedichte und Essays von Monika Rinck, Günter Blamberger, Heinrich Detering, Javier Bello, Michael Donhauser, Nurduran Duman, Stefan Weidner und anderen.

in Die Seele und ihre Sprachen
in Die Seele und ihre Sprachen
in Die Seele und ihre Sprachen
in Die Seele und ihre Sprachen
Literatur im Zeichen des Suizids
Warum bleibt im Gedächtnis nur, was nicht aufhört, weh zu tun, wie Nietzsche einmal gesagt hat? Der vorliegende Sammelband sucht Antworten darauf – im Werk und im Suizid von Autoren wie Heinrich von Kleist, Virginia Woolf, Yukio Mishima, Anne Sexton, Hermann Burger und David Foster Wallace. Es scheint einen fatalen Zusammenhang zu geben zwischen Dichtung, die den Erwartungshorizont der Zeitgenossen sprengt, und dem Suizid des Dichters – einen fatalen Zusammenhang auch von Suizid und Nachruhm eines Autors. Von individuellen Leiden abgesehen gilt: Wer monströs als Subjekt aus der Geschichte verschwindet, taucht irgendwann als Objekt von Geschichten wieder auf, erreicht Aufmerksamkeit in Nachrufen, Erzählungen, mündlicher und schriftlicher Historiografie. Dergestalt paradox ist die Ökonomie des Selbstopfers, in der sich auch eine vorgängige Anökonomie verbergen kann.
In exemplarischen Studien widmet sich der Sammelband der Wirkungsgeschichte der Sieben Todsünden in den unterschiedlichen Künsten. Der Fokus liegt weniger auf einer Ideengeschichte, sondern auf der Formelhaftigkeit, die gerade im Verblassen der ursprünglichen Hintergründe ihre Wirkmacht in breiter diskursiver Streuung entfaltet.
So reichen die vielfältigen Fortschreibungen und Transformationen – oftmals nur Allusionen auf die ursprünglich religiöse Ordnungsphantasie – weit über das frühe Mittelalter und die klassische Theologie hinaus. Selbst nach der Verabschiedung der Absolutheit theologischer Erklärungsmuster durch die Aufklärung faszinieren und inspirieren die Sieben Todsünden die Künste bis heute. Der Band versammelt Studien, die sich aus literatur-, medien- und kulturwissenschaftlicher Perspektive sowohl den einzelnen Todsünden superbia, invidia, ira, acedia, avaritia, gula, luxuria als auch dem Septupel insgesamt widmen.