Der vorliegende Beitrag untersucht visuelle Manifestationen des Numinosen am Beispiel der Buch- und Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts, insbesondere nach 1450. In dieser Zeit vollzieht sich eine Aktualisierung tradierter Sujets der christlichen Kunst, die Wunder und übernatürliche Ereignisse schildern. Hauptthese des Beitrags ist, dass die Künstler durch eine erneuerte Licht- und Farbgestaltung, kombiniert mit illusionistischen Stilmerkmalen, die Bilder des Numinosen, ja des Unsichtbaren, zu einer visuellen Erfahrung für den Betrachter steigern. So kann er ›überwirkliche‹ Situationen und Figuren bildhaft vor seinen Augen erleben.

in Das Wunderbare