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Author: Stavros Vlachos

Der vorliegende Beitrag untersucht visuelle Manifestationen des Numinosen am Beispiel der Buch- und Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts, insbesondere nach 1450. In dieser Zeit vollzieht sich eine Aktualisierung tradierter Sujets der christlichen Kunst, die Wunder und übernatürliche Ereignisse schildern. Hauptthese des Beitrags ist, dass die Künstler durch eine erneuerte Licht- und Farbgestaltung, kombiniert mit illusionistischen Stilmerkmalen, die Bilder des Numinosen, ja des Unsichtbaren, zu einer visuellen Erfahrung für den Betrachter steigern. So kann er ›überwirkliche‹ Situationen und Figuren bildhaft vor seinen Augen erleben.

In: Das Wunderbare
Dimensionen eines Phänomens in Kunst und Kultur
Das „Wunderbare“ in seiner Komplexität und Vielfältigkeit sowie seinen fachwissenschaftlich kontrovers diskutierten Varianten ist der zentrale Untersuchungsgegenstand dieses ersten interdisziplinär angelegten Sammelbandes zu Dimensionen des Wunderbaren in Kunst und Kultur.
Vom biblischen Wunderglauben über bizarre Bildwelten Hieronymus Boschs bis hin zu fiktional imaginierten Science-Fiction-Szenarios: Das „Wunderbare“ wird in diesem Band als ästhetisch-künstlerisches Phänomen in Literatur, Theater, Film und bildender Kunst untersucht und als „gesamtkulturelles“ Phänomen unter religions-, sprach- und geschichtswissenschaftlichen sowie soziologischen und (para-)psychologischen Perspektiven betrachtet.