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In: Konturen des Kunstwerks
In: Es gibt Kunstwerke - Wie sind sie möglich?
Konrad Fiedlers Kunsttheorie im Kontext
Series:  Bild und Text
Perspektiven einer Wissenschaft vom Bild
Bilder - Photographien, Gemälde, Filme, Zeichnungen, Piktogramme sowie computergenerierte Bilder aller Art - sind aus den Wissenschaften ebenso wie aus der Lebenswelt des 21. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken. Eine traditionelle akademische Disziplin wie die Kunstgeschichte, die sich auf eine historische Betrachtung von Kunstbildern der Hochkultur spezialisiert hat, scheint einer solchen Mannigfaltigkeit von Bildern heute alleine nicht mehr wissenschaftlich Herr zu werden. Deshalb wird gegenwärtig vielerorts die Forderung nach einer allgemeinen, interdisziplinär ausgerichteten Wissenschaft vom Bild laut, die der 'Allgemeinen Sprachwissenschaft' an die Seite zu treten hätte. Sie soll das schillernde Phänomen 'Bild', durchaus nicht nur historisch, in seiner ganzen Vielfältigkeit untersuchen: psychologisch, soziologisch, in jeder erdenklichen Hinsicht.
Zur Frage von Relevanz und Kontingenz
Welche Eigenschaften eines Kunstwerks sind relevant? Wer entscheidet hierüber? Und welchen Status haben dabei flüchtige Prozesse und Zufälle, die auf den ersten Blick durch nichts Kunstrelevantes bedingt zu sein scheinen?
Der Band widmet sich der Frage, wie die Unterscheidungen zwischen beidem in der Auseinandersetzung mit künstlerischen Objekten und Ereignissen zustande kommen, wie sie gerechtfertigt werden können und auf welche Instanzen man sich bei diesen Bestimmungen beruft bzw. berufen sollte. Besonderes Augenmerk gilt dabei, dass seit der Moderne Kontingenzen - flüchtige Prozesse und Zufälle, die durch nichts Kunstrelevantes bedingt zu sein scheinen - häufig zu den relevanten Eigenschaften eines Kunstwerks erklärt werden.

Spätestens mit der Wiener Moderne wurde Wien zu einem wichtigen Kulturzentrum des Aufbruchs. Diese und andere Strömungen des Umbruchs der Kunst seit dem 19. Jahrhundert werden in diesem Band gesichtet, dargestellt und bewertet. Die Reflexion auf die Verschränkung und Konkurrenz von Kunstpraxis, -theorie und -philosophie steht im Fokus der Aufmerksamkeit.
Die theoretischen Perspektiven des Ästhetischen werden ebenso beleuchtet wie verschiedene Kunstgattungen. Schließlich werden Konzepte der Synästhesie und des Gesamtkunstwerks vorgestellt und Wittgenstein und die Kunst in verschiedenen Perspektiven untersucht. Der ungarische Philosoph Georg Lukács gibt das Stichwort: »Es gibt Kunstwerke – Wie sind sie möglich?« Eine Ästhetik, die, so Lukács, ohne illegitime Voraussetzungen arbeiten und das Faktum der Kunst in seiner Eigenart begreifen will, sollte das Kunstwerk als ein Gebilde betrachten, das rein durch sich und unabhängig vom Prozess seiner Entstehung begriffen werden muss. Die Gültigkeit dieses Ansatzes ist längst strittig, wie dieser Band zeigt. Kunstpraxis und -worte, künstlerisches Selbstverständnis und ästhetische Reflexion sind synergetisch verbunden.