Mobiles Musikhören als ästhetische Erfahrung
Ob mit »Walkman«, »iPod« oder einem Smartphone, ob mit großen Hörern am Kopf oder ganz kleinen Stöpseln direkt im Ohr: Mobiles Musikhören mit portablen Abspielgeräten – kurz: Kopfhören – ist ein Phänomen, das aus dem urbanen Alltag kaum noch wegzudenken ist.
Doch was bedeutet es überhaupt, seine Umwelt kopfhörend wahrzunehmen und welche Form von Erfahrung lässt einen das Kopfhören machen? Mithilfe der idealtypischen Figur der Kopfhörerin macht das Buch es sich zur Aufgabe, die individuelle Erfahrung des Kopfhörens philosophisch zu klären. Die Kopfhörerin macht eine ästhetische Erfahrung von besonderer, von ganz eigener Art. Das Phänomen des Kopfhörens ist aber nicht einfach ein Anwendungsfall für einen allgemeinen Begriff. Vielmehr modifiziert die Kopfhörerin die begriffliche Auffassung von ästhetischer Erfahrung – und zwar speziell von Atmosphären, von Landschaftserfahrung, auch vom Erhabenen und der Partizipation an der Welt überhaupt.
Philosophische Beiträge zu einem kulturwissenschaftlichen Grundbegriff
HerausgeberInnen: Martin Roussel und Stefan Niklas
Nicht erst das Sprechen macht Menschen zu (sich) artikulierenden Wesen. Artikulation beginnt dort, wo Menschen auf etwas zeigen und führt über die verschiedenen Ausdrucksweisen von Fühlen und Denken bis hin zu den komplexesten kulturellen Formen. Zwar ist »Artikulation« ein Terminus, der in den Kulturwissenschaften häufig verwendet wird, doch ist diesem Begriff kaum je eine theoretisch explizierende Artikulation zuteil geworden. Sein Potenzial als Grund be griff blitzt immer wieder auf, doch müssen die Kulturwissenschaften bisher ohne Artikulationstheorie auskommen. In der Philosophie verharrt der Begriff gleichzeitig vorwiegend im Bereich des sprachlichen Ausdrucks. Doch in welchen verkörperten Formen und in welchen kulturellen Bereichen vollziehen sich Artikulationen darüber hinaus? Der Band dokumentiert in seinen Beiträgen den Beginn einer Diskussion um die Denkfigur der Artikulation des Menschen und seiner Welt. Die Suche nach einem Grundbegriff muss sich dabei besonders an die Formen halten, in denen Artikulationen körperlich und kulturell auftreten.