Diskursive Strategie der Kolonisation Sibriens durch die russische Kultur
AutorInnen: Susanne Frank und Susi K. Frank
Wie wurde Sibirien zu einem festen Bestandteil, ja zum Inbegriff von Russland? Vor dem Hintergrund der gesamteuropäischen Kolonisationsgeschichte untersucht das Buch Prozesse und Strategien der russischen diskursiven Aneignung Sibiriens zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert. Anhand von Analysen aus den Bereichen Literatur, Historiographie, Ethnographie und Kulturphilosophie werden topographische, ethno-, sozio- und geokul-turologische Strategien der symbolischen und funktionalen Eingliederung in den russischen Kulturraum untersucht. Die symbolische Transformation Sibiriens wird damit sichtbar: von einem peripheren Grenzraum in ein immer schon Eigenes innerhalb eines als Totalität konzipierten, quasi-imperialen Raums.
Mit einem Vorwort von Hans Ulrich Gumbrecht
Der Band versammelt vier Vorträge und Aufsätze, die Schwerpunkte von Kittlers Projekt "Musik und Mathematik" umkreisen, und ein Vorwort von Hans Ulrich Gumbrecht, das es in den Kontext internationaler Diskussionen stellt. Im Mittelpunkt steht ein Vortrag, den Kittler in der Londoner Tate Modern gehalten hat: von Sapphos Göttin Aphrodite über Wagners "Ring des Nibelungen" bis zu Rockstars und Groupies unserer Heroenzeit.
Medizinische, rechtswissenschaftliche und philosophische Aspekte. 2. Auflage
Nach der gesetzlichen Regulierung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und in Belgien mehren sich auch in Deutschland die Stimmen, die eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe fordern.
Es ist daher ein Gebot der Stunde, die komplexe Problematik der Sterbehilfe zu erläutern und eine sachliche Diskussion über die moralischen Probleme der Sterbehilfe jenseits von Emotionen und Ideologien zu ermöglichen.
In dieser zweiten, völlig überarbeiteten Auflage des Bandes zur aktiven und passiven Sterbehilfe wird abschließend auch die interdisziplinäre Diskussion um den ärztlich assistierten Suizid dokumentiert.
Kaum ein anderes Thema führt zu so heftigen und intensiven Debatten und Auseinandersetzungen wie die Frage, ob und inwieweit die Forschungs-, Behandlungs- und Diagnosemöglichkeiten zugelassen oder verboten werden sollen, die die moderne Medizin und die Biotechnologie entwickelt haben. Dies gilt auch für die Präimplantationsdiagnostik (PID), also die genetische Untersuchung von menschlichen Embryonen, die durch extrakorporale Befruchtung gezeugt wurden.
Moralische, rechtliche und medizinische Probleme werden im Blick auf die Wahrung der Menschenwürde und des Lebensrechtes, auf strafrechtliche Regulierungen und medizinische Aspekte diskutiert. Die interdisziplinäre Kooperation, die dieser Band dokumentiert, führt zu einer Integration der fachlichen Angebote zur Lösung der Probleme der Präimplantationsdiagnostik.
Dimensionen eines Phänomens in Kunst und Kultur
Das „Wunderbare“ in seiner Komplexität und Vielfältigkeit sowie seinen fachwissenschaftlich kontrovers diskutierten Varianten ist der zentrale Untersuchungsgegenstand dieses ersten interdisziplinär angelegten Sammelbandes zu Dimensionen des Wunderbaren in Kunst und Kultur.
Vom biblischen Wunderglauben über bizarre Bildwelten Hieronymus Boschs bis hin zu fiktional imaginierten Science-Fiction-Szenarios: Das „Wunderbare“ wird in diesem Band als ästhetisch-künstlerisches Phänomen in Literatur, Theater, Film und bildender Kunst untersucht und als „gesamtkulturelles“ Phänomen unter religions-, sprach- und geschichtswissenschaftlichen sowie soziologischen und (para-)psychologischen Perspektiven betrachtet.
Reihe: Eikones
Kunsthistoriker beanspruchen ein Sehen für sich, das über die alltägliche Wahrnehmung hinausgeht. Die behauptete analytische Schärfe dieses Sehens verdankt sich einer Schule, die aus ›Übungen im vergleichenden Sehen‹ und Doppelprojektionen des kunsthistorischen Vortrags besteht. Obwohl das vergleichende Sehen einen so großen Stellenwert innerhalb der Disziplin einnimmt, liegt bis heute keine umfassendere Untersuchung dieses Verfahrens vor. Mit Beiträgen von: Lena Bader, Edgar Bierende, Michael Bies, Georges Didi-Huberman, Vera Dünkel, Marcel Finke, Martin Gaier, Peter Geimer, Mladen Gladi´c, Johannes Grave, Thomas Hensel, Stefanie Klamm, Susanne Müller-Bechtel, Klaus Niehr, Dorothea Peters, Grischka Petri, Robin Rehm, Barbara Schellewald, Christian Spies, Frank W. Stahnisch, Ulfert Tschirner, Claus Volkenandt und Falk Wolf.
Kulturelle Zwischenräume in amerikanischen, asiatischen und europäischen Metropolen
Die Großstädte wachsen. Vor allem in Asien und Südamerika stellen sie herkömmliche urbanistische Konzepte in Frage. Zugleich sind sie die kulturellen Räume, in denen sich nationale Orientierungen auflösen und interkulturelle Begegnungen mit anderen Traditionen, Sprachen und Ritualen vorgezogen werden. Den Zusammenhang zwischen metropolitanen Schauplätzen als Bedingungen für ein transnationales, plurales, hybrides Selbstverständnis und den kulturellen Ausprägungen desselben stellt der Band zur Diskussion. Es geht nicht nur um öffentliche Orte der Repräsentation von Wissen und Macht, sondern auch um Nebenschauplätze der Alltagskultur. Stadtsoziologische, medientheoretische, literaturgeschichtliche und kulturphilosophische Perspektiven wechseln sich ab, die Frage nach der Zukunft der Großstadt als global village zu beantworten.
Erzählte Geschichte im 20. Jahrhundert
Dieser Band untersucht, wie und mit welchen Ergebnissen literarische Texte des 20. Jahrhunderts historische Erfahrung rekonstruieren und problematisieren.
Nicht nur die Gegenstände des Erzählens, sondern auch Konzepte und Deutungen von Wirklichkeit beruhen stets auf Erfahrungen. Faktuale und fiktionale Erzählungen lassen sich hinsichtlich der vielfältigen Formen ihres Referierens auf historische Wirklichkeiten als komplementär begreifen. In narrativen Rekonstruktionen von Geschichte sind Wahrnehmung und Erfahrung einerseits sowie Verstehen und Erinnerung andererseits unlösbar verbunden. So bewegen sich Geschichtserzählungen stets im Spannungsfeld zwischen der unübersichtlichen Perspektive der Akteure und der ordnenden des Erzählers, zwischen bedeutungsoffener Wirklichkeitserfahrung und deutender Kohärenzbildung.
Der erweiterte Designbegriff im Entwurfsfeld der Kulturwissenschaft
Dem Band »Design Kulturen. Der erweiterte Designbegriff im Entwurfsfeld der empirischen Kulturwissenschaft« liegt die Idee einer lexikonartigen Strukturierung von Designkulturen zu Grunde. Es wird davon ausgegangen, dass sich der Wandel von visuellen Kulturen zu Designkulturen in sämtlichen Bereichen des öffentlichen, medialen und gesellschaftlichen Lebens vollzieht. Die alphabetischen Zählreihe von A – Z deutet eine schier unfassbare Emergenz von Designkulturen an und steht symbolisch für deren empirische Vielfalt. In Anlehnung an Beuys’ erweiterten Kunstbegriff, impliziert der erweiterte Designbegriff ebenfalls soziale Prozesse als Designprozesse. Im Unterschied zu Beuys’, oder besser gesagt, nach-Beuys, ist der Status: »Jeder Mensch ist ein Künstler/Designer« nicht mehr nur eine Forderung, sondern in den gesellschaftlichen und Alltagspraxen angekommen.