in Poetica
in Poetica
in Abenteuer
AutorIn: Susanne Gödde

Abstract

This paper analyses the human sacrifice of Menoeceus in Euripides’ Phoenissae. In the third epeisodion, Teiresias draws on the history of Thebes and its royal family to justify the sacrifice and the choice of Menoeceus as its victim. But what are the ritual or cultural models outside the dramatic fiction that inform this sacrifice and made it under­standable for the contemporary ancient Athenian audience? To answer this question, I discuss possible similarities to pre-battle sacrifice, the pharmakos-ritual, and the mythical pattern of a hero who sacrifices himself for the community. The relation of this sacrifice to the foundation of Thebes, which itself plays a prominent role in the play’s choral odes, is then examined in a concluding section. Here, the crucial question is whether the sacrifice restates the act of foundation and its violence or instead negates and invalidates it.

in Poetica
Wer in der Moderne von Abenteuern erzählt, setzt sich dem Verdacht der Trivialität aus. Doch ein stillschweigender Verzicht aufs Abenteuer fällt auch kanonischen Autoren der Moderne schwer.
Der Sammelband nimmt diese Beobachtung zum Anlass einer Spurensuche. Er geht dem Verbleib des Abenteuers in literarischen und theoretischen Texten der Moderne nach. Neben klassischen Abenteuerautoren, wie Karl May oder Rider Haggard, stehen Texte von Goethe, Virginia Woolf, Marcel Proust u.a. im Fokus, welche das Abenteuer in einem Spannungsfeld von Integration und Zurückweisung situieren. Darüber hinaus widmet sich der Band der Bedeutung des Abenteuers im kolonialen Diskurs, in der Psychoanalyse und im Russischen Formalismus.
Erzählmuster, Formprinzip, Genre
Nicht alle textuellen Formen eignen sich gleichermaßen, um Abenteuer zu erzählen. Das Abenteuer weist Affinitäten zu einer Reihe literarischer Gattungen auf, es lässt sich jedoch mit keiner identifizieren. Sein Verhältnis zu formalen Prinzipien ist komplex und historisch variabel.
Der von Martin von Koppenfels und Manuel Mühlbacher herausgegebene Band untersucht die bisher kaum beachteten Wechselwirkungen zwischen Abenteuer und narrativer Form aus einer dezidiert literaturwissenschaftlichen Perspektive. Berücksichtigt werden dabei sowohl das literarische Erzählen selbst als auch die theoretische Reflexion darüber: vom antiken Epos bis zum zeitgenössischen Roman und von der italienischen Renaissancepoetik bis zum russischen Formalismus.