In: Linker Kitsch
In: Populärkultur, Massenmedien, Avantgarde 1919-1933
On Peter Szondi
Series:  Makom, Volume: 11
Der Band untersucht den Zusammenhang von Geschichtserfahrung und philologischer Erkenntnis im Werk des Literaturwissenschaftlers Peter Szondi (1929–1971).
Im März 2013 fand die erste Konferenz über Szondi in Israel statt. Dabei wurde auch an die 45-jährige Wiederkehr der Gastprofessur an der Hebräischen Universität erinnert, die Peter Szondi im Frühjahrssemester 1968 antrat. Der in englischer Sprache verfasste Band ruft Werk und Wirken des im Budapest der Zwischenkriegszeit geborenen Wissenschaftlers in Erinnerung und versucht damit auch die zukünftige Beschäftigung mit seinen philologischen Positionen zu fördern.
Bekenntnisse - Ikonen - Gesamtkunstwerke
Gibt es einen spezifisch »linken« Kitsch in Abgrenzung zu politisch »rechtem«? Dieser vernachlässigten, für das Verständnis »linken Denkens« seit der Französischen Revolution aber wichtigen Frage gehen die Beiträge dieses Bandes nach. Gezeigt wird, dass »linkes« Denken aus ganz anderen Gründen kitschanfällig ist als sein »rechtes« Pendant, auch wenn die Pathosformeln sich mitunter frappierend ähneln. Denn während rechte Ideologien den Veränderungsdruck der Moderne kompensieren, streben linke eher danach, ihn nach dem Motto »Mehr desselben« zu überbieten. Dieses Phänomen »linker Kitsch« nimmt der Band anhand von sprachlichen, bildlichen und filmischen Beispielen in historischer wie auch theoretischer Perspektive in den Blick, sodass es in seinem konstitutiv transmedialen Charakter zur Geltung kommt.
Die intellektuelle Offenheit und die Populärkultur der Weimarer Republik entsprechen ihren allgemeinen Tendenzen der Demokratisierung. Das ästhetische Monopol des Bildungsbürgertums wird in Frage gestellt, denn die Massen fordern Emanzipation und Partizipation.
Neue tendenziell egalitäre Unterhaltungsgenres wie der Rundfunk wenden sich an die Massen als Kulturadressaten und dringen in die überkommenen Kunstformen vor. Es entstehen Diskurse, die um die Topoi der Mechanisierung, der Reproduzierbarkeit und der Masse angesiedelt sind. Neben den Avantgardebewegungen werden jene Phänomene in den Blick gerückt, die von Kunst- und Filmgeschichte bislang als trivial, populistisch oder kitschig ausgeblendet wurden, die aber vielfach die Bilder lieferten, die das kollektive Bildwissen der Zeit prägten.