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In: Stimmung
Zur Wiederkehr einer ästhetischen Kategorie
Die Beiträge des Bandes, unter anderen von Hans Ulrich Gumbrecht, David E. Wellbery und Hermann Schmitz, analysieren die historische Semantik der Stimmung im ästhetischen Diskurs, ihre Ideengeschichte und exemplarische Ausprägungen in Literatur, Musik und Kunst.
Das Thema ›Stimmung‹ hat Konjunktur im Rahmen der Geisteswissenschaften und der Emotionsforschung. ›Stimmung‹ meint zumeist eine diffuse Gefühlslage, in der sich ein Subjekt mit der Außenwelt oder anderen Subjekten verbindet und diesen Zustand als Erweiterung des Selbst erfährt. Als ästhetische Kategorie wird der Begriff um 1800 eingeführt und behauptet sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Er unterläuft die übliche Unterscheidung von Subjekt und Objekt und zieht gerade daraus sein Potential.
Richard Wagner heute: Neue kulturwissenschaftliche Perspektiven
Richard Wagner ist nicht nur die »Totalstausdehnung ›Bayreuth‹« (Jonathan Meese), der »deutsche« Kult und Kitsch, an dem »Wagnerianer«, Wagner-Kritiker wie -hasser gleichermaßen teilhaben. Wagner gibt es auch jenseits von Bayreuth.
Wagners Musikdramen sind Ereignisse in Opernhäusern auf allen Kontinenten. Hollywood verdankt ihm bis heute neue Ideen. Über analytische Erklärungskraft, und zwar Erklärungskraft für die Gegenwart, verfügt Wagners Werk wie kaum ein Œuvre des 19. Jahrhunderts. Heute geht es darum, Wagner neuen Methoden und thematischen Anschlüssen zugänglich zu machen. Auch für die Wagner-Forschung gilt das an Alberich gerichtete Wort des Wanderers: »Was anders ist, das lerne nun auch!«