in Poetica
in Poetica
in Poetica
in Poetica
in Poetica
in Automedialität
Zur Geschichte und Funktion erstbegründender Begriffe
Reihe: Anfänge
HerausgeberInnen: Tobias Döring und Michael Ott
Urworte untersucht vom Urknall über die Urkirche bis zum Ureinwohner und der Uraufführung erstmals ein ganzes Spektrum von Ur-Worten, die in verschiedensten Kultur- und Naturwissenschaften Schlüsselfunktionen besitzen.
Da Anfänge oft der Erfahrung und Erinnerung vorausliegen, muss, was als ein Anfang gelten soll, durch Verfahren des Bezeichnens und Erzählens erst kulturell hergestellt werden. Im Deutschen semantisiert das Präfix »Ur-« eine Vorstellung von Ursprünglichkeit und Erstmaligkeit und scheint zugleich das Eigentliche einer Sache zu bezeichnen. Gerade weil sein Gegen- stand empirischer Beobachtung entzogen ist, evoziert ein »Urwort« eine Aura des Elementaren, die auch politisch dienstbar gemacht werden kann. Worin liegt diese Faszination? Wozu wurden Urworte geprägt und welche Bedeutung haben sie heute?
Imperiale Figurationen um 1800
Reihe: Anfänge
Das Buch geht dem eigenartigen Phänomen nach, dass Geschichte auch und vielleicht gerade dann, wenn sie glaubt, einen absoluten Anfang zu setzen, Übertragung oder Wiederholung von etwas ist, das bereits stattgefunden hat. Die mannigfachen Formen und Funktionen der übertragenen Reichsidee, die vom Reich der Zwecke und Reich der Freiheit über das Reich Gottes auf Erden zum Reich des Schönen reichen, stehen im Zentrum des Bandes. Seine Beiträge fragen nach der Bereicherung, die das neue Reich durch den Rückgriff auf ein anfängliches Reich in der griechischen und römischen Antike erfährt.
Die Ethik des Neutrums bei Robert Musil und Robert Walser
Die ethische Relevanz von Literatur wird nicht selten an deren Anschlussfähigkeit an moralische Vernunftnormen wie Urteils-, Entscheidungs- und Orientierungsfähigkeit bemessen.
Die Studie problematisiert diese moralphilosophische Überformung des ethical turn und weist auf einen (literatur-)ethischen Unterstrom hin, der auf Desorientierung, Entsubjektivierung und Urteilsenthaltung zuläuft. Derartig ‚verantwortungslosen‘ Praktiken ist Roland Barthesʼ Vorlesung Das Neutrum gewidmet, die mit Foucaults Systematik der Selbstverhältnisse und Deleuzes spinozistischer Ethologie als Ethik des Selbst rekonstruiert wird. In Robert Musils und Robert Walsers Romanen kommt eine ethologische Suchbewegung zum Tragen, die vom Phantasma des Neutrums angetrieben wird und eigenschaftslose Existenzweisen hervorbringt.
Grenzen des Humanen in Literatur, Kultur und Medien
HerausgeberInnen: Stephanie Catani und Stephanie Waldow
Mit dem Begriff der Non-Person nimmt der Band rechtliche, medizinische, politische und gesellschaftliche Inklusions- wie Exklusionsverfahren in den Blick, die über das Mensch-Sein, den Personenstatus und seine Grenzen bestimmen. Der Band versucht den Begriff der Person vor dem Hintergrund seiner breiten interdisziplinären Semantik zu definieren und nimmt spezifisch ästhetische Figurationen von Non-Persons in den Blick. Medial vermittelte wie literarisch imaginierte Non-Persons lassen sich etwa dort untersuchen, wo sie als Grenzgänger geltende Binäroppositionen sichtbar machen und deren identitätsstabilisierendes wie -destabilisierendes Potenzial kritisch befragen. Besondere Brisanz erfährt der Begriff durch weltweite Flucht- und Migrationsbewegungen, die nicht erst im 21. Jahrhundert die Frage nach der menschenrechtlichen Situation Flüchtender, Staatenloser und Asylsuchender dringlich werden lassen.